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Studie: Anstieg der Bestandsmieten in Metropolen ebbt ab

Die Mieten in deutschen Städten haben zuletzt stark zugelegt. Nun zeichnet sich laut einer Analyse eine Verschnaufpause ab - wie lange, ist allerdings unklar.
Wohnen
Die verlangten Mietpreise in Metropolen steigen nicht weiter - verbleiben aber einer Studie zufolge auf hohem Niveau. © Sebastian Gollnow/dpa

Die Nachfrage nach Wohnungen in Deutschland gerade in den Metropolen wächst, doch der jüngste Anstieg der Mieten flacht im Bestand ab. Das zeigt eine Analyse des Immobilienportals ImmoScout24, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde.

Demnach waren bundesweit im dritten Quartal mehr Menschen auf der Suche nach Mietwohnungen. ImmoScout24 verzeichnete einen Sprung bei den Anfragen von 9 Prozent bei Bestandswohnungen und von zwei Prozent bei Neubauobjekten gegenüber dem zweiten Quartal. Besonders zogen die Nachfragen in den Metropolen an. «Der Run auf Mietwohnungen im Bestand nimmt weiter zu und spiegelt eindrücklich den großen Mangel an erschwinglichen Wohnungen», sagte Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24.

Trotz hoher Nachfrage ebbte demnach der Anstieg der Mieten im Bestand ab. Im dritten Quartal stiegen sie im Bundesschnitt um 0,9 Prozent zum Vorquartal. In den größten sieben Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart lag das Plus im Mittel bei 0,7 Prozent. Im zweiten Quartal habe die Teuerung in den Metropolen noch deutlich über zwei Prozent gelegen, hieß es.

Hohe Zinsen

Der Anstieg der Angebotsmieten erreiche bei Bestandswohnungen zumindest «vorerst ein Plateau», hieß es bei ImmoScout24. Womöglich stoße auch die finanzielle Belastbarkeit der Mieter an Grenzen.

Wegen der stark gestiegenen Zinsen können sich viele Menschen den Immobilienkauf nicht mehr leisten und weichen verstärkt auf den Mietmarkt auf, was dort die Preise in den vergangenen Monaten stark nach oben getrieben hatte. Zudem verstärkt die hohe Zuwanderung nach Deutschland die Nachfrage nach Wohnraum.

Angebotsmieten sind zwar noch keine abgeschlossenen Mietverträge, doch lassen sich wegen des großen Andrangs auf Wohnraum nur wenige Vermieter auf Preisnachlässe ein. Im Bundesschnitt lag die Bestandsmiete im dritten Quartal laut ImmoScout24 bei 8,28 Euro je Quadratmeter, gut 5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bei Wohnungen im Neubau legten die Mieten hingegen den Angaben zufolge stärker zu um 2,7 Prozent im Bundesschnitt auf 11,56 Euro je Quadratmeter. Besonders groß fiel das Plus in Berlin mit 4,4 Prozent zum zweiten Quartal aus, es folgten Düsseldorf, Köln und München.

Zudem seien die hohen Nebenkosten eine Belastung für Mieter, hieß es. «Insbesondere im ländlichen Raum ist der Anteil der Gesamtmiete am Einkommen stark gestiegen, was die verfügbaren Einkommen erheblich reduziert», sagte Crockford. Die Betriebskosten seien im Bestand zuletzt stärker gestiegen als die Kaltmieten. Bestandsimmobilien träfen die Energiekosten am stärksten, doch auch jeder fünfte Neubau sei abhängig von Gas.

© dpa
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