Weniger Wind: Anteil der erneuerbaren Energien sinkt

21.12.2021 Erneuerbare Energien machen einen großen Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland aus. Wie groß, das hängt auch vom Wetter ab. Das hat zuletzt der Stromerzeugung aus Kohle einen Schub verschafft.

Die Onshore-Stromerzeugung aus Windrädern sackte in diesem Jahr laut BDEW um 12 Prozent ab. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der deutschen Stromerzeugung ist im laufenden Jahr gesunken. Branchenverbände führen das unter anderem darauf zurück, dass 2021 vergleichsweise wenig Wind wehte.

Nach vorläufigen Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vom Dienstag machten erneuerbare Energien zuletzt 40,9 Prozent der Bruttostromerzeugung von 582 Milliarden Kilowattstunden hierzulande aus und damit den größten Posten im Strommix. Im Vorjahr hatte ihr Anteil noch bei 44,1 Prozent gelegen.

Die Onshore-Stromerzeugung aus Windrädern sackte laut BDEW um 12 Prozent ab. Gleichzeitig wuchs die Bedeutung von Braun- und Steinkohle sowie von Mineralölprodukten. Ihr Anteil an der Stromerzeugung lag den Angaben zufolge bei 18,6 Prozent, 9,3 Prozent sowie 11,9 Prozent. Die Stromerzeugung aus Braunkohle hat laut BDEW um 18 Prozent zugelegt, die aus Steinkohle sogar um 26,7 Prozent.

Die enormen Zuwachsraten sind nach Einschätzung des Deutschen Braunkohlen-Industrie-Vereins (DEBRIV) auch darauf zurückzuführen, dass 2020 als Vergleichsjahr ungewöhnlich windreich gewesen sei.

Der Ausstoß des Treibhausgases CO2 in der Energiewirtschaft liegt laut BDEW 2021 bei 247 Millionen Tonnen. Das liegt zwar unter dem für das kommende Jahr im Klimaschutzgesetz festgeschriebenen Wert von 257 Millionen Tonnen, entspricht im Vergleich zu 2020 aber einem Zuwachs von 12 Prozent. «Die Energiewirtschaft ist bei den Klimazielen weiterhin auf Kurs», erklärte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Weiterer Anstieg der Emissionen erwartet

Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) veröffentlichte am Dienstag ebenfalls Zahlen, auf die sich der BDEW zum Teil stützte. So legte der Energieverbrauch mit der wirtschaftlichen Erholung nach dem Corona-Schock und der vergleichsweise kühlen Witterung im laufenden Jahr zu. Nach AGEB-Berechnungen stieg der Verbrauch gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent. Bereinigt um den Effekt der deutlich kühleren Außentemperaturen wäre der Energieverbrauch den Berechnungen zufolge nur um 0,6 Prozent gestiegen.

Im letzten Quartal habe die wirtschaftliche Dynamik kaum noch steigernd auf den Energieverbrauch gewirkt, «da Lieferengpässe, eine abschwächende Baukonjunktur sowie ein Auslaufen der Nachholeffekte zu einer Stagnation der wirtschaftlichen Erholung führte», hieß es von der Arbeitsgemeinschaft. Zudem hätten steigende Energiepreise im auslaufenden Jahr zu einer «spürbaren Verbrauchsminderung» geführt.

Für das Gesamtjahr 2021 rechnet die AGEB mit einem Anstieg der energiebedingten CO2-Emissionen in einer Größenordnung von gut 4 Prozent oder etwa 25 Millionen Tonnen. Mit dieser Zahl erfasst die AGEB andere Emissionen als die BDEW, wenn sie auf die Energiebranche blickt. Dies erklärt die Differenz. Die Umweltorganisation Greenpeace nannte die steigenden CO2-Zahlen «das vergiftete Abschiedsgeschenk der visionslosen Klimapolitik der großen Koalition». Die neue Ampel-Regierung müsse dagegenhalten, etwa mit einer Obergrenze für Kohlestrom und einem raschen Ausbau der erneuerbaren Energien.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Fußball news

Europapokal: Mit Mourinho ins Glück: AS Rom gewinnt Conference League

Tv & kino

Festival: Cannes: Protest ukrainischer Filmemacher auf rotem Teppich

Internet news & surftipps

Soziales Netzwerk: Twitter-Deal: Musk ändert Finanzierungs-Taktik

Musik news

In der Bronx: Richtfest am Hip-Hop-Museum in New York

Tv & kino

Filmfestival : Die Dardenne-Brüder mit «Tori and Lokita» in Cannes

Gesundheit

Mentale Gesundheit: Lange Wartezeiten auf eine Psychotherapie

Auto news

Bitte anschnallen: So sind Kinder im Auto richtig gesichert

Internet news & surftipps

Künstliche Intelligenz: Leibniz-Rechenzentrum in Garching bekommt KI-«Superchip»

Empfehlungen der Redaktion

Wirtschaft

Klima: IEA: CO2-Ausstoß 2021 auf Höchststand

Wirtschaft

Alternativ-Energien: Stromerzeugung aus Erneuerbaren steigt kräftig an

Inland

Studie: Deutsches Klimaziel für 2030 in Gefahr

Regional hamburg & schleswig holstein

Zwei Drittel der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien

Regional thüringen

Kohlendioxidausstoß 2019 erstmals unter 15 Millionen Tonnen

Regional mecklenburg vorpommern

Energiewende: Kommunen suchen Beratung

Regional hamburg & schleswig holstein

Stürmisches Wetter sorgt für Rekord bei Windstrom

Inland

Klimaschutz: Deutschland verfehlt Klimaziel für 2021