Produktion auf norwegischen Öl- und Gasfeldern gestoppt

Mitarbeiter auf Öl- und Gasplattformen in der Nordsee streiken - bei einer Ausweitung könnten 13 Prozent der gesamten Gasproduktion Norwegens betroffen sein. Womöglich mit Folgen für die Versorgung Europas.
Eine norwegische Bohrinsel in der Nordsee. © epa Scanpix Statoil Hydro/Ho/epa Scanpix Norge/dpa

Ein Streik von Mitarbeitern auf norwegischen auf Öl- und Gasplatformen in der Nordsee könnte vorübergehend Folgen für die Versorgung Europas haben. Der Energiekonzern Equinor stoppte am Dienstag infolge des Ausstands die Produktion auf den Feldern Gudrun, Oseberg Sør und Oseberg Øst.

Nach gescheiterten Lohnverhandlungen hätten zunächst 74 technische Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt, sagte der Vorsitzende der Arbeitnehmerorganisation Lederne, Audun Ingvartsen, der Deutschen Presse-Agentur. Am Mittwoch sollen demnach weitere 117 Mitarbeiter auf drei weiteren Feldern in den Streik treten. Auch hier muss nach Angaben von Equinor die Produktion unterbrochen werden.

Hoffnung auf schnelle Gespräche

Nach Angaben der Arbeitgeberorganisation Norsk olje og gass könnten nach der Ausweitung des Streiks 13 Prozent der gesamten Gasproduktion Norwegens betroffen sein. «Der Streik wird zu einem Verlust der Ölproduktion von 130.000 Barrel am Tag und einem Verlust der Gasproduktion von 292.000 Barrel Öläquivalent am Tag führen», teilte die Organisation mit.

Ingvartsen sagte, er hoffe, dass es schnell zu Gesprächen komme: «Wir müssen dieses Mittel nutzen, um die Arbeitgeber aufzuwecken. Sie müssen sehen, was passiert, wenn sie nicht mit uns reden.» Gibt es keine baldige Einigung, könnten nach seinen Angaben ab dem 9. Juli weitere 191 Mitarbeiter auf drei großen Plattformen streiken.

Gaspreis auf Höchstand seit März

Die Furcht vor zunehmenden Angebotsengpässen hat derweil die Gaspreise in Europa auf einen viermonatigen Höchststand getrieben. Am Dienstag stieg der richtungsweisende Terminkontrakt TTF an der Energiebörse in den Niederlanden bis auf rund 175 Euro je Megawattstunde. Das ist der höchste Stand seit März. Gegenüber dem Vortag ergibt sich ein Preisanstieg um etwa acht Prozent.

© dpa
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