Adidas trotz Problemen in Russland und China optimistisch

09.03.2022 Es geht weiter aufwärts bei Adidas: Boykottaufrufe und Engpässe in China, der Krieg in der Ukraine und Sanktionen in Russland können am Geschäft des Sportartikelherstellers offenbar nicht rütteln.

Adidas erhöhte 2021 die Umsätze währungsbereinigt um 16 Prozent auf 21,2 Milliarden Euro. © Daniel Karmann/dpa

Der Ukraine-Krieg und die damit verbundenen politischen Spannungen werden Adidas nach eigener Einschätzung keinen maßgeblichen Schaden zufügen.

Der Sportartikelkonzern, der seine 500 Läden in der Ukraine und in Russland sowie das dortige Online-Portal geschlossen hat und dort mit Umsatzeinbußen von 250 Millionen Euro rechnet, beschäftigt rund 7000 Menschen in der Region. Die Löhne und Gehälter könnten über liquide Mittel in den Ländern weiter bezahlt werden, sagte Finanzvorstand Harm Ohlmeyer bei der Bilanzpressekonferenz. Die Kooperation mit dem russischen Fußballverband sei eingestellt worden.

Adidas will in diesem Jahr trotz der Negativeinflüsse weiter stark wachsen, wie Vorstandschef Kasper Rørsted ankündigte. «Sport wird in jedem Land der Welt getrieben. Die Menschen brauchen ihn auch als Ablenkung.» Das gelte auch für den wichtigen chinesischen Markt. Dort hatte es unter anderem wegen eines Boykottaufrufes der Regierung gegen Produkte westlicher Anbieter zuletzt Probleme gegeben. Im Vergleich zum Vor-Pandemie-Jahr gingen die Adidas-Umsätze im weltweit größten Einzelmarkt um 19 Prozent zurück.

Allein im vierten Quartal 2021 gab es in China einen Einbruch um 24 Prozent - auch weil die Produktion in den wichtigen Schuhfabriken in Vietnam lange stillstand. Das drückte den Gesamtumsatz im Schlussquartal auf 5,1 Milliarden Euro, was ein Minus von 3 Prozent war. Für das Gesamtjahr stand wegen guter Geschäfte etwa in Latein- und Nordamerika sowie Europa dennoch ein Umsatz von 21,23 Milliarden Euro zu Buche, ein Plus von 15 Prozent gegenüber 2020.

Premiere mit dem italienischen Fußballverband

Unter dem Strich blieben 1,49 Milliarden Euro Nettogewinn aus fortgeführten Geschäften - eine Milliarde mehr als im Vorjahr. In diesem Jahr ist ein Gewinn von 1,8 Milliarden bis 1,9 Milliarden Euro angepeilt - obwohl es mit Lieferketten in Asien zumindest im ersten Quartal noch Probleme gibt.

Als positives Signal dürfte bei Adidas auch gewertet werden, dass gegen den deutlich kleineren, zuletzt aber schneller wachsenden und in den Dax aufgestiegenen Lokalrivalen Puma ein Prestigeerfolg gelang: Die Fußball-Nationalmannschaft Italiens, die ihren Europameistertitel noch im Puma-Outfit errang, wird im Jahr der Weltmeisterschaft in Katar erstmals von Adidas ausgerüstet. Die geplanten Trainingslager der deutschen Nationalelf von Frauen und Männern sowie der Premier-League-Truppe des FC Arsenal am Adidas-Campus in Herzogenaurach sollen dem Image der Drei-Streifen-Marke weiteren Auftrieb geben.

In China ergab sich auf Jahresbasis ein vergleichsweise geringes Wachstum von 3 Prozent - weit hinter den ehrgeizigen Zielen von Adidas für das bevölkerungsreichste Land der Welt. Für 2022 peilt Rørsted nach hohen Marketingausgaben erneut nur ein Wachstum im einstelligen Bereich in China an. «Einheimische Marken sind schneller gewachsen», gab der Adidas-Chef zu.

Insgesamt soll der weltweite Adidas-Umsatz in diesem Jahr währungsbereinigt um 11 bis 13 Prozent zulegen - wegen der Russland-Ukraine-Krise wurde die Prognose um einen Prozentpunkt zurückgenommen. Getragen werden soll das Wachstum wieder vor allem von Nord- und Lateinamerika sowie Europa.

© dpa

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