Heil: G7-Arbeitsmärkte sollen Flüchtlingen Schutz bieten

24.05.2022 Berufliche Integration von Flüchtlingen, Inflationsschutz für Menschen mit wenig Geld, Digitalisierung der Industrie - die G7-Arbeitsminister hatten eine lange Themenliste.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) spricht während einer Pressekonferenz zum G7-Treffen der Arbeits- und Sozialminister. © Ole Spata/dpa

Flüchtlinge aus der Ukraine sollen in den Arbeitsmärkten und Sozialsystemen der G7-Staaten einen möglichst umfassenden Schutz erhalten.

Es sei ihm wichtig, dass sich alle führenden westlichen Industrieländer hierzu bekannt hätten, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil nach Beratungen mit seinen Kollegen am Dienstag in Wolfsburg. Ziel sei ein «anständiger, fairer und guter» Umgang - der bei Bedarf oder im Fall längerer Aufenthalte auch weitere Schritte einschließen könne.

«Wir wollen, dass sie gut versorgt werden, auch was die medizinische Versorgung betrifft», so Heil. «Und wir werden ganz praktische Barrieren zur Seite räumen.» Er bezog sich etwa auf die Anerkennung von Qualifikationen, Hilfe bei der Kinderbetreuung oder Sprachkurse.

Heil hatte schon darauf eingestimmt, dass viele Kriegsflüchtlinge womöglich länger in Deutschland bleiben und feste Jobs suchen dürften. Man habe das Thema nun auch im G7-Rahmen besprochen. Die Ergebnisse zu dieser sowie weiteren Fragen sollen in die Vorbereitung des Gipfels Ende Juni auf Schloss Elmau in Bayern einfließen.

Heil denkt an «dauerhafte Entlastungsmechanismen»

In der VW-Stadt Wolfsburg diskutierten die zuständigen Ministerinnen und Minister außerdem über den Wandel der Arbeitswelt, Klima- und Gesundheitsschutz sowie die Folgen der Inflation. Vor allem für Bezieher kleiner Einkommen, Rentner und Menschen in den Grundsicherungssystemen müssten Einbußen beim Lebensstandard sowie mögliche soziale Konsequenzen abgefedert werden, forderte Heil.

Dazu sei in Deutschland mit den Entlastungspaketen einiges auf den Weg gebracht worden. Zum 1. Juli soll es die kräftigste Rentenerhöhung seit Jahrzehnten geben. «Aber wenn die Preise langfristig hoch bleiben, werden wir dauerhafte Entlastungsmechanismen finden müssen.»

Die Ressortchefs tauschten sich über Methoden zur Sicherung der Arbeitsmärkte wie das deutsche Kurzarbeitergeld aus. Grundsätzliche Standards für Lieferketten waren ebenso Thema. Man habe sich darauf verständigt, Menschenrechtsschutzregeln wie im Lieferkettengesetz jetzt auch formal auf die G7-Ebene zu heben, sagte Heil - besonders im Hinblick auf die Ächtung von Kinder- und Zwangsarbeit. «Es gibt viele Unternehmen, die sich kümmern. Aber es gibt auch einige, die sich nicht kümmern», erklärte Heil. «Mit dieser Tagung ist es gelungen, das Thema auf die internationale Tagesordnung zu setzen.»

Auch EU-Sozialkommissar Nicolas Schmit nahm teil. Künftig wollen sich die Arbeitsminister der G7 regelmäßig treffen.

© dpa

Weitere News

Top News

1. bundesliga

Medienberichte: Itakura wechselt vom FC Schalke 04 zu Mönchengladbach

Internet news & surftipps

Pressefreiheit: Türkei sperrt Webseite der Deutschen Welle

Reise

Etwa zehn Euro pro Person: Venedig verlangt ab 2023 von Tagestouristen Eintritt

Handy ratgeber & tests

Featured: Sony WH-1000XM5 vs. Sony WH-1000XM4: So hat Sony seine Kopfhörer verbessert

Das beste netz deutschlands

Gefahr für Kinder: Urlaubsfotos im Netz: Was Eltern beachten sollten

Tv & kino

Featured: Alien, Igel und Musiklegenden: Das sind Deine GigaTV-Highlights im Juli

Auto news

Ford SuperVan beim Festival of Speed: Express-Lieferung

Musik news

Musiker: Rocko Schamoni warnt vor «Artensterben in der Kultur»

Empfehlungen der Redaktion

Regional niedersachsen & bremen

Tagung: Arbeitsminister der G7 treffen sich in Wolfsburg

Wirtschaft

Arbeit: Heil: Stärkere Menschenrechtsstandards in Lieferketten

Wirtschaft

Trabert will bei Bundespräsidentenwahl vor AfD liegen

Inland

Hohe Preise: Koalition streitet über zusätzliche Entlastungen für Bürger

1. bundesliga

Borussia Mönchengladbach: Eberls Rückzug: So geht es bei Gladbach weiter

Inland

Folgen des Ukraine-Kriegs: Nach Ruf aus Ländern: Flüchtlinge sollen verteilt werden

Ausland

Russische Invasion: Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Tv & kino

Kulturstaatsministerin: Roth will ökologische Mindeststandards beim Film