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Schott Pharma erfolgreich an Börse gestartet

Die Pharmasparte des Mainzer Glasherstellers Schott ist an der Börse angekommen, mit Erfolg. Die große Mehrheit der Aktien bleibt allerdings bei der Mutter.
Börsengang Schott Pharma
Schott-Pharma-Chef Andreas Reisse und Finanzvorständin Almuth Steinkühler läuten in Frankfurt die Börsenglocke. © Arne Dedert/dpa

Mit einem kräftigen Aufschlag gleich am ersten Handelstag sind die Anleger zum Börsengang von Schott Pharma am Donnerstag belohnt worden. Nach dem ersten Kurs für die Papiere von 30 Euro ging es zum Handelsschluss noch etwas höher auf 31,30 Euro. Dies bedeutete ein Plus von 15,9 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 27 Euro. Dieser lag in der oberen Hälfte der Preisspanne von 24,50 bis 28,50 Euro.

Die Aktien der Pharmasparte des Mainzer Spezialglasherstellers Schott wurden am Donnerstag erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt. Der erste Preis wurde um 9.17 Uhr in Frankfurt mit 30,00 Euro pro Stück angegeben, anschließend läuteten Unternehmenschef Andreas Reisse und Finanzvorständin Almuth Steinkühler die Börsenglocke. Es ist der bislang größte deutschen Börsengang in diesem Jahr.

Börsianer zeigten sich mit dem ersten Handelstag von Schott Pharma sehr zufrieden. «Gerade in dem aktuell eher schwierigen Gesamtmarktumfeld können sich die Aktien über dem Platzierungspreis von 27 Euro gut behaupten», sagte Marktbeobachter Andreas Lipkow. Experten sehen Schott Pharma auf einer Welle rund um wichtige Megatrends in der Pharmabranche schwimmen: dazu gehören allen voran die mRNA-Wirkstoffe und sogenannte GLP-1-Medikamente. Beiden Technologien wird von Fachleuten ein großer Boom vorausgesagt.

Reisse sprach von einem neuen Kapitel in der Geschichte der im Jahr 2022 ausgegliederten Sparte, die Glasröhrchen, Fläschchen und Spritzen für Arzneimittel herstellt und vom stark wachsenden Geschäft mit injizierbaren Medikamenten profitiert.

Größere unternehmerische Flexibilität und Sichtbarkeit

«Für uns ist es der richtige Zeitpunkt, der Markt ist stabil, und wir haben sehr positives Feedback von Investoren erhalten», sagte Steinkühler der Deutschen Presse-Agentur. Der Gang an die Börse bringe eine größere unternehmerische Flexibilität - «und eine Sichtbarkeit - im Markt, aber auch bei Arbeitnehmern. Und es verschafft uns den Zugang zum Kapitalmarkt. Mit so einer Kurssteigerung ist das für uns ein toller Start.»

Im Geschäftsjahr 2022 erzielte Schott Pharma einen Umsatz von 821 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2023 stiegen die Erlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,4 Prozent auf 670 Millionen Euro.

Das Unternehmen hat in Deutschland neben dem Hauptsitz Mainz einen wichtigen Produktionsstandort im badischen Müllheim. Insgesamt betreibt Schott Pharma nach Unternehmensangaben 16 Produktionsstätten in 14 Ländern. Die Mutter Schott gehört zu 100 Prozent der Carl-Zeiss-Stiftung mit Sitz im baden-württembergischen Heidenheim und im thüringischen Jena.

Glaswerke Beteiligungs- und Export GmbH bleibt Mehrheitseignerin

Schott Pharma hatte den Börsengang schon vor einiger Zeit angekündigt, diesen 2022 wegen Ukraine-Kriegs, Inflation und der Leitzinserhöhungen aber verschoben. Das Unternehmen entschied sich bewusst für den Börsengang in Frankfurt, und geht damit einen anderen Weg als etwa der ebenfalls in Mainz sitzende Impfstoffhersteller Biontech, der in den USA gelistet ist. Auch der aus dem rheinland-pfälzischen Linz am Rhein kommende Sandalenhersteller Birkenstock wird jenseits des Atlantiks an die Börse gehen.

Die bisherige alleinige Gesellschafterin, die Schott-Tochter Glaswerke Beteiligungs- und Export GmbH, wird mit mindestens 77 Prozent des Aktienkapitals Mehrheitseignerin von Schott Pharma bleiben. Als Ankerinvestor konnte Schott Pharma die Qatar Holding gewinnen, die Aktien im Wert von 200 Millionen Euro erwarb und damit 4,9 Prozent hält.

Finanzvorständin Steinkühler sagte, gerade am Anfang werde man schon jeden Tag auf die Entwicklung des Aktienkurses schauen. «Wichtig ist für uns aber der große Trend.»

© dpa
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