Severstal weicht auf Nicht-EU-Märkte aus

02.03.2022 Der russische Stahlkonzern Severstal - einer der größten des Landes - reagiert auf die Sanktionen gegen seinen Haupteigentümer. Nun sollen andere Märkte bedient werden.

Alexej Mordaschow, Haupteigentümer des Stahlproduzenten Severstal, liefert nicht mehr in die EU. © Yuri Kochetkov/EPA/dpa

Der russische Stahlkonzern Severstal will nach der Verhängung von EU-Sanktionen gegen seinen Haupteigentümer auf Länder außerhalb Europas ausweichen. Man sehe sich «einigen Problemen in den Beziehungen mit Kunden» in der Europäischen Union gegenüber, hieß es am Mittwoch aus dem Umfeld von Alexej Mordaschow.

Die EU hatte den Geschäftsmann, der auch größter Aktionär des Tui-Konzerns ist, zuvor auf ihre Sanktionsliste russischer Oligarchen nach dem Angriff auf die Ukraine gesetzt. «Severstal leitet daher seine Mengen auf andere internationale Märkte um», ließ er erklären.

Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass hatte zuvor gemeldet, dass der Stahlhersteller - einer der größten des Landes - alle Lieferungen in die EU stoppen wolle. Dem Bericht zufolge sollen nun vorrangig Kunden im Nahen Osten, in Asien oder in Südamerika bedient werden. Severstal warb in dem Zusammenhang damit, «einer der kostengünstigsten Produzenten» weltweit zu sein - man sei auch deshalb zuversichtlich, die Kapazitäten weiter auslasten zu können.

Rückzug aus Tui-Aufsichtsrat

Vermögenswerte von Personen auf der Sanktionsliste in der EU sollen eingefroren und ihre Reisefreiheiten eingeschränkt werden. Mordaschow hatte sich am Dienstag verteidigt: Er halte den Krieg für eine «Tragödie für zwei brüderliche Nationen» und reagierte mit Unverständnis auf die Strafmaßnahmen. Er selbst habe sich stets als Mann der Wirtschaft gesehen und nicht nahe an der Politik bewegt.

Inzwischen erklärte er auch, sich aus dem Tui-Aufsichtsrat zurückzuziehen. Über seine auf Zypern registrierte Firmengruppe Unifirm ist Mordaschow der wichtigste Einzelaktionär des größten Reiseanbieters der Welt mit Hauptsitz in Hannover. Er hält gut ein Drittel der Anteile. Tui erklärte dazu: «Ziel der EU-Sanktionen ist, dass Herr Mordaschow nicht mehr über seine Aktien an der Tui AG verfügen kann.» So solle verhindert werden, dass er Erlöse oder Gewinne aus seiner Beteiligung erzielt. Auf das Unternehmen selbst hätten die Sanktionen hingegen keine Auswirkungen: «Die EU-Sanktionen betreffen Herrn Mordaschow als Person, nicht die Tui AG.»

© dpa

Weitere News

Top News

Tv & kino

Medien: RBB-Affäre führt zu weiteren personellen Konsequenzen

1. bundesliga

Transfers: Wechsel perfekt: Timo Werner kehrt zu RB Leipzig zurück

Familie

57.000 Produkte: Studie zeigt Umweltauswirkungen tausender Lebensmitteln auf

People news

Leute: Trauer um «Grease»-Star Olivia Newton-John

Tv & kino

Featured: Cameron Diaz: Die besten Filme mit der Schauspielerin

Das beste netz deutschlands

Tipps für Eltern: Kinderfotos im Netz anonymisieren oder Zugriff beschränken

Handy ratgeber & tests

Featured: James-Webb-Aufnahmen in VR: Die Bilder des Weltraumteleskops kannst Du jetzt auch in Virtual Reality bestaunen

Auto news

Umfrage: Viele Autofahrer trauen sich Fahrprüfung nicht mehr zu

Empfehlungen der Redaktion

Wirtschaft

Krieg in der Ukraine: EU-Sanktionen gegen Tui-Eigner Alexej Mordaschow

Wirtschaft

EU-Sanktionen gegen Tui-Eigner

Wirtschaft

Ukraine-Krieg: Tui-Großaktionär Mordaschow ordnete Beteiligung neu

Wirtschaft

Tui-Großaktionär verlässt Aufsichtsrat nach EU-Sanktionen

Wirtschaft

Großaktionär: Sanktionierter Oligarch überträgt Tui-Anteile an Ehefrau

Wirtschaft

Ukraine-Krieg: Tui entzieht Ex-Russland-Ableger Markenrechte

Wirtschaft

Sanktionen: Anteile von Ex-Tui-Großaktionär von Ehefrau kontrolliert

Wirtschaft

Tui: Sanktionen gegen russischen Großaktionär ohne Folgen