Handwerk stellt sich hinter Sanktionskurs der Regierung

Auch im deutschen Handwerk sind die Folgen der russischen Invasion in die Ukraine zu spüren - doch trotz Rohstoffmangel und anderer Einbußen vermittelt Handwerkspräsident Wollseifer eine klare Haltung.
Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. © Christoph Soeder/dpa

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hat sich angesichts einer Debatte um Belastungen Deutschlands durch den Ukraine-Krieg hinter den Sanktionskurs der Bundesregierung gestellt. Wollseifer sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir als Handwerk tragen die Entscheidungen der Bundesregierung ausdrücklich mit, gegen die brutale kriegerische Aggression Russlands massive Sanktionen zu verhängen.»

Er halte den Sanktionskurs der Bundesregierung unverändert für richtig. «Das ist eine Frage der Haltung, das ist eine Frage der demokratischen Verantwortung - auch und gerade in dem Wissen, dass das für uns alle und auch im Handwerk mit erheblichen Einbußen verbunden sein wird. Dazu stehen wir als Handwerk insgesamt. Wir würden sonst auf Dauer erpressbar.»

Wollseifer sagte weiter: «Wenn wir jetzt an dieser Stelle einknicken, um kurzfristig Besserung zu erreichen, wird der Preis auf lange Sicht sehr viel höher sein: Denn es geht um nicht weniger als die Verteidigung unserer Art des Wirtschaftens, Lebens und politischen Miteinanders. Hier darf es kein Wanken geben.»

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte erklärt, Deutschland müsse im Krieg zwischen Russland und der Ukraine vermitteln und erwirken, «dass dieser Krieg eingefroren wird». Man brauche weiter russische Rohstoffe.

«Natürlich geht die Lage nicht spurlos an uns vorbei», sagte Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. «Sie ist eine erhebliche Belastung. Aber es geht hier um grundsätzliche und existenzielle Fragen, gerade auch für die Wirtschaft. Ein Einknicken würde dem russischen Aggressor in die Hände spielen und ihm zeigen, dass sein Handeln ohne Konsequenzen bleibt. Das könnte zu verheerenden Folgen für Frieden, Freiheit und Wohlstand auf unserem Kontinent führen.» Frieden und Freiheit gebe es nicht umsonst.

«Ohne Frage spüren wir im Handwerk die wirtschaftlichen Folgen des Krieges, prallen diese zum Teil mit großer Wucht auf unsere Betriebe und ihre Beschäftigten», sagte Wollseifer. «Deswegen ist es so wichtig, dass die Bundesregierung alles ihr Mögliche tut, um die Auswirkungen des brutalen russischen Angriffskrieges und der Sanktionen gegen Russland so weit es geht abzufedern, und dass sie zielgerichtet Maßnahmen ergreift, um den besonders betroffenen kleineren und mittleren Handwerksbetrieben unter die Arme zu greifen und sie über diese schwere Zeit zu bringen. Dabei müssen Handwerk und Mittelstand genauso behandelt und unterstützt werden wie andere Wirtschaftsbereiche.»

© dpa
Weitere News
Top News
Musik news
Boss 'n' Soul: Bruce Springsteen verneigt sich vor der schwarzen Musik
Fußball news
Bundesliga: Bayern-Coach Nagelsmann blickt auf «Pay Day»
Musik news
Abschied: «Gangsta's Paradise»-Rapper Coolio mit 59 Jahren gestorben
People news
Auszeichnungen: Vergabe Literaturnobelpreis: Ukraine, Rushdie, Überraschung?
Tiere
Auffällig anderes Verhalten: Wie Sie Hunden mit Demenz helfen
Auto news
Ganz viele Kanten: Studie für günstiges E-Auto: Citroën präsentiert den Oli
Das beste netz deutschlands
Featured: Indoor-Gardening: So gärtnerst Du das ganze Jahr in den eigenen Wänden
Handy ratgeber & tests
Featured: Our Solar System: Googles AR-Ausstellung bringt Saturn, Venus & Co. via App in Dein Wohnzimmer
Empfehlungen der Redaktion
Inland
Wirtschaft: Heil will Arbeitsmarkt vor Kriegsfolgen abschirmen
Wirtschaft
Arbeitsminister: Heil: «Wir werden die Kriegsfolgen viele Jahre spüren»
Wirtschaft
Konjunktur: Kostenanstieg bringt Handwerksbranche in schwierige Lage
Inland
Gesellschaft: Habeck erwartet große Auseinandersetzungen über Kriegskosten
Inland
Bundeskanzler: Scholz sagt Ukraine weitere Unterstützung zu
Wirtschaft
Studie: Nur wenige Menschen ziehen Handwerksberuf in Betracht
Inland
Debatte : Mützenich sieht Deutschland nicht als «Führungsmacht»
Wirtschaft
Ukraine-Krieg: Deutsche Industrie unterstützt Sanktionskurs gegen Russland