Material- und Fachkräftemangel belastet Maschinenbauer

Neun von zehn Maschinenbau-Unternehmen berichten im Juni von merklichen oder gravierenden Material-Knappheiten - das ist abermals eine Steigerung. Die Hoffnung auf baldige Besserung schwindet.
Neben Material-Engpässen belastet auch der Fachkräftemangel die deutsche Schlüsselindustrie Maschinenbau. (Symbolbild) © Christoph Schmidt/dpa

Materialengpässe und Fachkräftemangel behindern einer Umfrage zufolge immer stärker die Produktion im deutschen Maschinenbau. «87 Prozent der Unternehmen im Maschinenbau sehen ihre Lieferketten derzeit merklich oder gravierend beeinträchtigt», berichtet Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA.

Im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung hat sich die Lage den Angaben zufolge nochmals verschärft, zugleich schwindet die Hoffnung auf baldige Besserung.

Im April meldeten bereits 79 Prozent, also fast acht von zehn der Befragten, merkliche oder gravierende Knappheiten bei der Materialversorgung. Im Juni waren es fast neun von zehn der 520 teilnehmenden Unternehmen. Mit einer Entschärfung der Lage innerhalb der nächsten drei Monate rechne kaum noch jemand.

«Bei Elektronikkomponenten zeigen sich die Engpässe besonders hartnäckig. 44 Prozent sehen eine bessere Versorgungslage hier erst ab dem zweiten Halbjahr 2023», so Wiechers.

Wiechers: «Gezielte Zuwanderung wird notwendig sein»

Auch der Fachkräftemangel belastet die exportorientierte deutsche Schlüsselindustrie zunehmend. Bei der Befragung berichteten 78 Prozent der Maschinenbauer von einem merklichen oder gravierenden Personalmangel. Lediglich 3 Prozent der Unternehmen rechneten mit einer Entschärfung der Lage in den nächsten drei Monaten.

«Auch gezielte Zuwanderung wird notwendig sein, um die Arbeitskräftelücke zu reduzieren», forderte Wiechers auch mit Blick auf die vielen Fachkräfte, die in den nächsten Jahren in Rente gehen.

Auf eine sich abzeichnende Verknappung von Gaslieferungen bereiten sich der Umfrage zufolge bislang 30 Prozent der Maschinenbauer konkret vor. «Etwa drei Viertel der sich auf den Ernstfall vorbereitenden Unternehmen prüfen zunächst einmal, welche Möglichkeiten sie im eigenen Unternehmen haben, beispielsweise die Installation elektrischer oder ölbefeuerter Back-up-Systeme», sagte Wiechers.

Firmen setzten zum Teil zudem auf eine engere Abstimmung mit dem hauseigenen Netzbetreiber. Ein Drittel hat gestaffelte Notfallpläne vorbereitet. Mehrfachnennungen waren möglich.

© dpa
Weitere News
Top News
Games news
Featured: Cult of the Lamb: Alles zum Steam-Hit von Massive Monster und Devolver Digital
Fußball news
Medienberichte: FC Chelsea führt Gespräche mit Aubameyang-Beratern
Wohnen
Vor Kauf: Bei Kühl-Gefrierkombinationen auf Stromverbrauch achten
Das beste netz deutschlands
Datenklau: Betrügerische Mail im Namen der Bundesregierung
People news
US-Justiz: Vorwurf «Sex mit Kindern»: Prozess gegen R. Kelly eröffnet
Tv & kino
Featured: The Batman: Wo läuft der DC-Film im Stream?
Auto news
Riesenflügel: Porsche 911 GT3 RS fährt mit aktiver Aerodynamik
Internet news & surftipps
Internet: Estland berichtet von massiven Cyber-Angriffen
Empfehlungen der Redaktion
Wirtschaft
Konjunktur: Lieferengpässe und Ukraine-Krieg belasten Maschinenbauer
Wirtschaft
Konjunktur: Maschinenbauer legen deutlich zu: weniger Mitarbeiter
Job & geld
Fachkräftemangel: Maschinenbau sucht Auszubildende: Noch viele freie Stellen
Wirtschaft
Schiffbau: Maritime Zulieferer profitieren von starker Nachfrage
Wirtschaft
Außenhandel: Maschinen-Exporte fast auf Vorkrisenniveau
Wirtschaft
Konjunktur: Aufholjagd im Maschinenbau: «Fulminantes Ergebnis»
Wirtschaft
Finanzen: Mittelstand sorgt sich um Kriegsfolgen
Wirtschaft
Ernährung: Pflanzliche Proteine erobern Fleischwirtschaftsmesse IFFA