Kartellamt verhängt 2021 weniger Bußgelder wegen Absprachen

22.12.2021 Preisabsprachen zwischen Unternehmen schaden den Verbrauchern. In diesem Jahr wurde das Kartellamt wegen solcher Marktmanipulationen deutlich seltener aktiv - das liegt aber auch an der Pandemie.

Ein Schild weist auf den Eingang zum Bundeskartellamt hin. Foto: Henning Kaiser/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wegen verbotener Absprachen hat das Bundeskartellamt in diesem Jahr Bußgelder von insgesamt rund 105 Millionen Euro verhängt. Betroffen waren elf Firmen und acht Personen, wie die Bonner Behörde am Mittwoch in ihrer Jahresbilanz mitteilte.

Es ging unter anderem um Preisabsprachen bei Musikinstrumenten, Schulranzen und Unterhaltungselektronik. Betroffen waren aber auch Branchen wie die Edelstahlherstellung und Stahlschmieden.

Die Höhe der verhängten Bußgelder fiel deutlich niedriger aus als in den Vorjahren. 2020 betrug die Summe noch 358 Millionen und 2019 sogar 848 Millionen Euro.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt betonte: «Die Pandemie hat uns bei der Kartellverfolgung in den vergangenen beiden Jahren ein wenig ausgebremst. Es ist nicht einfach, unter solchen Bedingungen Verfahren voranzutreiben, die etwa auf Durchsuchungen von Geschäfts- und Privaträumen oder Zeugenvernehmungen zur Beweissicherung angewiesen sind.» 2021 führte die Behörde zweimal Durchsuchungsaktionen - unter strengen Hygienevorschriften - durch.

Mundt sagte aber auch, das Kartellamt stehe für die Einleitung weiterer Verfahren im neuen Jahr bereit. «Neue Hinweise zeigen uns auch, dass Kartelle - leider - nicht aussterben.»

Priorität wird für das Kartellamt 2022 aber auch der Wettbewerbsschutz in der Digitalwirtschaft haben. Mundt kündigte an, dass die Wettbewerbshüter im neuen Jahr schnell erste Ergebnisse der kürzlich eingeleiteten Verfahren gegen Amazon, Apple, Google und den Facebook-Mutterkonzern Meta vorlegen wollen. Der Hintergrund: Seit Anfang des Jahres kann die Behörde schneller und effektiver gegen mutmaßlich wettbewerbsschädliche Praktiken großer Digitalkonzerne vorgehen. Sie leitete daraufhin umgehend Verfahren ein.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Musik news

Leipzig: Rammstein nach Corona-Pause zurück

Tv & kino

«Einfach ein Traum»: Zirkusartist René Casselly gewinnt «Let's Dance»

2. bundesliga

Zweitliga-Relegation: FCK trifft nicht: Dresden erkämpft Remis auf dem Betzenberg

Tv & kino

Preisverleihung: Bayerischer Filmpreis: Die Rückkehr des Hauchs von Glamour

Auto news

Preis runter, Fahrer munter?: Der Tankrabatt kommt: Was Autofahrer jetzt wissen müssen

Handy ratgeber & tests

Featured: iOS 15.6: Alle Infos zum iPhone-Update

Reise

Bundesrat macht Weg frei: 9-Euro-Tickets für Busse und Bahnen kommen zum 1. Juni

Das beste netz deutschlands

Gefährliche Mails: Phishing-Betrüger auf Paypal-Raubzug

Empfehlungen der Redaktion

Internet news & surftipps

Tech-Gigant: Bundeskartellamt verschärft Missbrauchsaufsicht bei Google

Internet news & surftipps

Wettbewerb: Kartellamt verschärft Aufsicht bei Facebook-Konzern Meta

Regional baden württemberg

Schlecker-Insolvenzverfahren zieht sich weiter hin

Regional hessen

Kartellamt: Lufthansa soll Zubringer für Condor bleiben

Wirtschaft

Kartellamt: Lufthansa soll Zubringer für Condor bleiben

Regional baden württemberg

Corona: Keine Bußgelder wegen Verstößen gegen Impfpflicht

Wirtschaft

Wettbewerb: Explosion bei Spritpreisen: Habeck will Kartellamt stärken

Regional sachsen anhalt

2021 geringere Bußgeldeinnahmen in Sachsen-Anhalt