Merck setzt auf Datenplattform gegen Chipmangel

07.12.2021 Der Chipmangel belastet die Industrie. Der Darmstädter Merck-Konzern will nun auf die Krise reagieren - und die Datenanalyse verbessern.

Merck will angesichts des Chipmangels eine neue Plattform zur Datenanalyse schaffen. Foto: Arne Dedert/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Angesichts des Chipmangels will der Darmstädter Merck-Konzern eine neue Plattform schaffen, die die Datenanalyse in der Halbleiterindustrie verbessern soll.

Dafür werde die bestehende Partnerschaft mit der US-Datenanalysefirma Palantir vertieft, wie das Dax-Unternehmen am Dienstag mitteilte. Gemeinsam wollen die beiden Firmen eine Plattform bereitstellen, die Lieferkette transparenter machen, Markteinführungen beschleunigen und damit dem Chipmangel entgegenwirken soll. Merck-Technologiechefin Laura Matz soll Vorstandschefin der Plattform werden, die den Namen Athinia trägt.

Plattform für Effizienzsteigerung

Die Plattform werde es Halbleiterherstellern und Materiallieferanten ermöglichen, Daten untereinander auszutauschen, zusammenzurechnen sowie zu analysieren, um so Effizienzsteigerungen zu erzielen, erklärte Merck. Zudem solle sie den Branchenakteuren ein tieferes Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Materialien und Prozessen in Produktionsanlagen für Halbleiter verschaffen.

«Die Halbleiterindustrie steht vor beispiellosen Umwälzungen», sagte Kai Beckmann, der die Sparte Electronics bei Merck leitet. Unternehmen brauchten eine Datenplattform, die ihnen die nötige Transparenz und Datenintelligenz verschaffe, um den Chipmangel und Probleme in der Lieferkette zu bewältigen.

Merck ist besonders mit der milliardenschweren Übernahme des Halbleiterzulieferers Versum 2019 in das Geschäft mit Elektronikmaterialien für die Halbleiterindustrie eingestiegen. Bis Ende 2025 will Merck deutlich mehr als drei Milliarden Euro in seine Elektroniksparte investieren. Der Konzern profitiert von den Versorgungsengpässen bei Halbleitern. Vor allem in der Autoindustrie sind Chips knapp. Chipkonzerne bauen ihre Fertigung daher aus, die Nachfrage nach Materialien ist entsprechend hoch.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Internet news & surftipps

Telekommunikation: Apple mit Rekord-Weihnachtsquartal trotz Chip-Knappheit

Sport news

dpa-Interview: Pechstein: «Das ist schon irgendwie ein geiles Gefühl»

Musik news

Nie wieder Krieg: Tocotronic: Verwerfungen und Neubeginn

Auto news

Urteil: Reparatur dauert lange: Zahlt Versicherung Nutzungsausfall?

Wohnen

Wintereinbruch: Wissen Sie, wie viel Schnee Ihr Dach trägt?

People news

Musiker: «Aloha heja he»: Achim Reichel wird 78

Internet news & surftipps

Rechtsstreit: Mit Pseudonym auf Facebook? Für Altfälle rechtens

People news

Hauptstadt: Straße in Kanada soll nach Ryan Reynolds benannt werden

Empfehlungen der Redaktion

Wirtschaft

Pharma: Merck verdient weniger - Corona-Boom treibt weiter an

Wirtschaft

Transaktion: US-Spezialchemiekonzern Dupont richtet sich neu aus

Regional hessen

Chemie-Arbeitgeber: Schnelle 3G-Kontrollen schwer umsetzbar

Regional hessen

Boom beflügelt Merck: Jahresziele erneut erhöht

Wirtschaft

Chemie- und Pharmaindustrie: Boom in Laborsparte beflügelt Merck - Ziele erneut erhöht

Wirtschaft

Chipkrise: Reparatur statt Neukauf - Gebrauchte Technik gefragt

Internet news & surftipps

Quartalszahlen: Amazon enttäuscht mit Gewinneinbruch und schwachem Wachstum

Das beste netz deutschlands

Reparatur statt Neukauf: Gebrauchte Technik in Chipkrise gefragt