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Lufthansa bläst Anteilsverkauf von Wartungssparte ab

Der geplante Teilverkauf der Lufthansa-Wartungstochter ist vom Tisch. Die Sparte profitiert ausgerechnet von einer Krise, die vielen Fluggesellschaften das Leben schwer macht.
Lufthansa Technik
Mitarbeiter arbeiten an einer Flugzeugturbine in der Triebwerksüberholungswerkstatt auf dem Gelände der Lufthansa Technik AG. © Marcus Brandt/dpa

Die Lufthansa will ihre Wartungssparte doch komplett behalten. Der Plan für den Verkauf eines Minderheitsanteils an Lufthansa Technik werde nicht weiterverfolgt, teilte das Unternehmen mit. Vielmehr sollen die in den vergangenen Monaten entwickelten Wachstumspläne eigenständig umgesetzt werden. Spartenchef Sören Stark sprach von «sehr ehrgeizigen Zielen für die kommenden Jahre».

Der Konzern will sich eigentlich stärker auf seine Fluggesellschaften und damit das Kerngeschäft konzentrieren und hatte daher einen Teilverkauf seiner Wartungssparte geplant. Früheren Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge war ein Anteil von mindestens einem Fünftel im Spiel. Die gesamte Einheit wurde mit rund acht Milliarden Euro bewertet.

Finanzinvestoren sollen bereits im Frühjahr Interesse angemeldet haben. Für den jetzigen Schwenk gibt es gute Gründe: Lufthansa Technik sprach von einer veränderten Marktentwicklung bei Triebwerken, womit sich dem Unternehmen neue Perspektiven eröffneten.

Angesichts anhaltender Herstellerprobleme in diesem Bereich sei der strategische Wert der Lufthansa Technik als Konzernteil deutlich gestiegen, erläuterte der Aufsichtsratschef des Wartungsunternehmens, Detlef Kayser. Das Management erwarte bei Triebwerken eine dauerhaft erhöhte Nachfrage nach Reparatur- und Überholungsleistungen. Neben einer steigenden Zahl älterer Triebwerke im Flugbetrieb trage dazu auch die höhere Wartungsintensität neuentwickelter Triebwerke bei.

Hilfe bei Triebwerksproblemen

Probleme hat im Moment der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney, der für seinen Getriebefan-Antrieb im Sommer einen umfangreichen Rückruf startete. Die Lufthansa hat früheren Angaben zufolge mehr als 60 Flugzeuge mit Getriebefan. Im Zuge des Rückrufs müssten inklusive Ersatztriebwerken 146 Turbinen im Gesamtkonzern gewartet werden, hatte Konzernchef Carsten Spohr Anfang November gesagt. Mit Hilfe von Lufthansa Technik will er die Wartungszeit deutlich verkürzen. Aber auch als Wartungsdienstleister anderer Fluggesellschaften dürfte die Sparte an der Triebwerkskrise verdienen.

Lufthansa Technik will nun mit einem eigenen Wachstumsprogramm, das den Namen «Ambition 2030» trägt, vorankommen und profitabler werden. Dabei seien umfassende Investitionen in das Kerngeschäft vorgesehen, hieß es. Standorte sollen erweitert werden. Darüber hinaus sei der zügige Aufbau eines weiteren Werks in Europa vorgesehen, um der erweiterten Nachfrage nachkommen zu können. Für die Erweiterung der internationalen Präsenz seien zudem Zukäufe möglich. Ferner plant Lufthansa Technik den Ausbau digitaler Geschäftsmodelle.

Unterdessen steuert Lufthansa Technik in diesem Jahr auf ein deutliches Wachstum zu. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen mit weltweit rund 22.000 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 5,6 Milliarden Euro erzielt. Das waren rund 17 Prozent des Gesamterlöses der Lufthansa-Gruppe. Für 2023 sind bei Lufthansa Technik mehr als 6 Milliarden Euro Umsatz angepeilt.

© dpa
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