Wilhelmshaven: Erstes Gas soll am 22. Dezember fließen

Das LNG-Terminal in Wilhelmshaven steht kurz vor der offiziellen Inbetriebnahme. Noch vor Weihnachten soll von hier aus erstmals Gas ins deutsche Netz geleitet werden.
Rohre einer Pipeline führen auf einer Baustelle hinter dem Deich zur Anbindung des LNG-Terminals in Wilhelmshaven. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Am neuen LNG-Anlandeterminal in Wilhelmshaven soll am 22. Dezember zum ersten Mal Gas ins deutsche Erdgasnetz fließen. Dies geht aus einer im Internet veröffentlichten Marktmitteilung des Gasimporteurs Uniper hervor. Das Düsseldorfer Unternehmen betreibt das Terminal.

Der Mitteilung zufolge beginnt an diesem Tag die Inbetriebnahmephase des Spezialschiffs «Hoegh Esperanza». Es soll in den nächsten Jahren als technisches Herzstück des Terminals das mit LNG-Tankschiffen angelieferte Flüssigerdgas (LNG) wieder in Gas umwandeln und an Land pumpen. Das Schiff kann darüber hinaus auch selbst große Mengen LNG transportieren. Es wird daher Floating Storage & Regasification Unit oder kurz: FSRU genannt (übersetzt: schwimmende Tank- und Regasifizierungs-Einheit).

Gas steht Markt zur Verfügung

Mitte Dezember wird die «Hoegh Esperanza» mit rund 170.000 Kubikmetern LNG an Bord voll beladen in Wilhelmshaven erwartet. Der Energiegehalt dieser Menge beträgt rund 1040 Gigawattstunden. Zum Vergleich: Im November lag der tägliche Gasverbrauch in Deutschland laut Bundesnetzagentur bei 2537 Gigawattstunden.

In der Inbetriebnahmephase werde das Schiff täglich zwischen 15 und 155 Gigawattstunden Erdgas in das Gasnetz abgeben. Das Gas stehe dem Markt zur Verfügung, sagte ein Uniper-Sprecher am Freitag. Ab Mitte Januar ist laut der Mitteilung dann der kommerzielle Betrieb des FSRU-Schiffes geplant mit einer maximalen Kapazität von etwa 155 Gigawattstunden pro Tag. Dieses Gas soll dann vom ersten LNG-Tanker kommen, der an dem Spezialschiff festmacht.

Uniper errichtet und betreibt das Terminal mit Unterstützung der Bundesregierung. Zur offiziellen Inbetriebnahme am 17. Dezember werden unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) erwartet.

© dpa
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