Energie- und Wasserwirtschaft: Sorge vor Personal-Engpässen

15.01.2022 Sie wollen klare Zusagen seitens der Politik: Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft bereitet sich auf möglichen Personalaufall durch die Omikron-Welle vor.

Ein Schild mit der Aufschrift «Energie und Wasser» steht vor beleuchteten Büros am Eingang zu den Potsdamer Stadtwerken. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) politische Zusagen für den Fall von Personalengpässen.

Die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae, nannte als Beispiel eine bevorzugte Kinderbetreuung für Beschäftigte in Schlüsselpositionen. «Gleiches gilt für eine bevorzugte Einbindung in eine Impfkampagne, sobald ein gegen Omikron angepasster Impfstoff verfügbar ist, oder eine Bevorzugung bei PCR-Tests», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Die Energie- und Wasserwirtschaft gehört zur sogenannten kritischen Infrastruktur, deren Ausfall empfindliche Folgen für das Leben in Deutschland haben könnte. Nach BDEW-Angaben arbeiten in der Energiewirtschaft rund 200.400 Menschen, in der Wasserwirtschaft 81.800 Personen. Notfallpläne für den Fall von Engpässen würden ständig angepasst, hieß es.

Einheitliche Regeln gefordert

Als letzter Schritt sei auch eine mögliche Entlassung des Schlüsselpersonals aus der Quarantäne sinnvoll, damit Betroffene zum Dienst kommen könnten, erklärte Andreae. «Ein solcher, sogenannter Quarantäne-Korridor würde natürlich nur bei arbeitsfähigen Personen greifen, die sich als Kontaktperson oder als infizierte Person ohne Symptome in Quarantäne befinden.»

Wichtig sei aber auch, dass Vertreter der Branche in regionale Krisenstäbe einbezogen würden, so Andreae. Nötig seien auch klare, einheitliche Regelungen, die die Gesundheitsämter unbürokratisch umsetzen könnten. «Eine Lehre aus den ersten Wellen der Pandemie ist, dass die Uneinheitlichkeit von konkreten lokalen Regelungen eine große Herausforderung für die Unternehmen ist, insbesondere wenn sie in mehreren Bundesländern, Kreisen oder Gemeinden tätig sind», sagte Andreae.

© dpa-infocom GmbH

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