Russland: In diesem Jahr über 20 Prozent Inflation erwartet

Seit mehreren Wochen gelten die westlichen Sanktionen gegen Moskau. Bankenexpeten aus Russland rechnen im laufenden Jahr mit einer Inflation von 22 Prozent - beim Bruttoinlandsprodukt sieht es nicht besser aus.
Russische Rubel-Banknoten: Die Europäische Union setzte Ende Februar schwerwiegenden Sanktionen gegen die russische Zentralbank in Kraft gesetzt. © Sven Hoppe/dpa

Russische Bankenexperten erwarten im laufenden Jahr eine Inflation in Höhe von 22 Prozent und einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 9,2 Prozent. Das geht aus einer Umfrage der russischen Zentralbank hervor.

Damit verschlechtern sich die Erwartungen weiter im Vergleich zum März. Damals hatten die Bankiers angesichts der westlichen Sanktionen mit 20 Prozent Inflation und 8 Prozent Rückgang beim BIP in Russland gerechnet.

Auch für das Jahr 2023 haben sich die Aussichten demnach zwei Monate nach Beginn des vom Kreml befohlenen Kriegs gegen die Ukraine weiter eingetrübt: So erwarten die Experten nun auch für das nächste Jahr statt einem Prozent Wachstum gar keins mehr.

Russlands Präsident Wladimir Putin hingegen hatte am Mittwoch erneut betont, dass der «Blitzkrieg» des Westens gegen die russische Volkswirtschaft gescheitert sei. Die Inflation sei zwar im Jahresvergleich auf ein Hoch von 17,5 Prozent gestiegen, stabilisiere sich aber nun, behauptete er. Auch den Rückzug westlicher Unternehmen aus Russland bezeichnete er als «Chance», sich aus der Abhängigkeit des Westens zu lösen und eigene Produktionen aufzubauen.

Zur Frage einer in Russland diskutierten Verstaatlichung verlassener Betriebe sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, dass es kein allgemeines Vorgehen geben könne. Jedes Unternehmen verhalte sich anders, deshalb müsse auch jeder Fall einzeln betrachtet werden. Es gebe Firmen, die ihre Pflichten gegenüber den Beschäftigten nicht erfüllten. «Sie benötigen eine besondere Aufmerksamkeit.»

Russlands Zentralbankchefin Elvira Nabiullina räumte vor dem russischen Parlament, der Staatsduma, Probleme durch die westlichen Sanktionen ein. Die Strafmaßnahmen würden nicht nur Bereiche treffen, die viel importieren, sondern auch jene Produktion, die bereits stark lokalisiert sei, aber auf Einzelteile aus dem Ausland angewiesen sei. Nabiullina wurde am Donnerstag für weitere fünf Jahre von den Abgeordneten im Amt bestätigt.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
8. Spieltag: FC Bayern jubelt wieder - Musiala brilliert gegen Leverkusen
Games news
Featured: Google Stadia wird eingestellt: Das musst Du jetzt wissen
People news
Enthüllungsjournalist: Klimmzüge & Tischtennis - Günter Wallraff wird 80
Internet news & surftipps
Cyberkriminalität: BSI warnt vor Sicherheitslücke in Microsoft Exchange
People news
Abschied: Ferfried Prinz von Hohenzollern ist tot
Handy ratgeber & tests
Featured: Smarter Garten: Pflanzen-Apps und clevere Technik vereinfachen die Gartenarbeit
Wohnen
Hydraulischer Abgleich : Nicht umlegbar: Kosten für Heizungsoptimierung
Auto news
Panorama: Oldtimer-Rallye Colorado Grand: Dem Himmel so nah
Empfehlungen der Redaktion
Ausland
Russlands Angriffskrieg: Putin vor Großoffensive in der Ostukraine siegesgewiss
Wirtschaft
Sanktionen: Russland rechnet 2022 mit geringerem Wirtschaftseinbruch
Ausland
Annexion: Annexion: USA verkünden weitere Sanktionen gegen Russland
Wirtschaft
Umfrage: Sanktionen: Deutlicher Schaden für Russland erwartet
Wirtschaft
Wirtschaftsforum Petersburg: Putin sieht westliche Sanktionen als gescheitert an
Wirtschaft
Krieg in der Ukraine: EU-Sanktionen treffen russische Wirtschaft
Ausland
Krieg in der Ukraine: Duma-Chef will von Europa Kompensation für Sanktionen
Wirtschaft
Krieg in der Ukraine: Russischer Regierungschef verspricht Wirtschaft neue Kredite