Lieferengpässe und Ukraine-Krieg belasten Maschinenbauer

Der Ukraine-Krieg verunsichert Kunden der deutschen Maschinenbauer. Zwar verbucht die Branche im ersten Halbjahr ein Auftragsplus, doch die Zurückhaltung wächst.
Ein Mitarbeiter eines Maschinenbauers schneidet mit einem Trennschleifer korrodierte Metallteile aus dem Träger in einem Wagenkasten. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Die Schwäche der Weltkonjunktur schlägt zunehmend auf die Geschäfte der deutschen Maschinenbauer durch. Die exportorientierte Industriebranche verbuchte dank der Nachfrage aus dem Ausland im ersten Halbjahr noch ein kleines Auftragsplus von zwei Prozent, wie der Maschinenbauverband VDMA am Montag mitteilte. «Der Markt läuft noch vergleichsweise gut», sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers in Frankfurt. Noch immer wollten viele Kunden in neue Maschinen und Anlagen investieren, die Zurückhaltung steige aber.

Dies bekam die deutsche Schlüsselindustrie mit gut einer Million Beschäftigten im zweiten Quartal zu spüren. Nach einem guten Jahresstart rutschten die Bestellungen im Zeitraum April bis Juni ins Minus und sanken um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein im Juni gab es einen Rückgang um 9 Prozent. Nach wie vor belasteten gestörte Lieferketten das Geschäft, hinzu kämen Auftragsstornierungen infolge des Ukraine-Krieges, erläuterte Wiechers. «Spannend wird es natürlich, wie es im zweiten Halbjahr läuft.»

Materialien und Vorprodukte fehlen

Die Auftragsbücher vieler Maschinenbauer sind zwar weiterhin gut gefüllt. Weil die Unternehmen wegen gestörter Lieferketten nicht alle Materialien und Vorprodukte rechtzeitig bekommen, können Bestellungen oft nicht in dem gewohnten Tempo abgearbeitet werden. Der VDMA setzte unter anderem aus diesem Grund seine Produktionsprognose im Mai weiter nach unten. Für das Gesamtjahr wird nur noch ein Wachstum der Produktion bereinigt um Preiserhöhungen (real) von einem Prozent erwartet. In den ersten sechs Monaten lag die Produktion Wiechers zufolge ungefähr auf dem Vorjahresniveau. Der Umsatz der Branche wuchs einschließlich Preiserhöhungen (nominal) um sieben Prozent.

Eine Entspannung bei den Lieferengpässen in der deutschen Industrie scheint vorerst nicht in Sicht. Fast drei Viertel (73,3 Prozent) der Unternehmen meldeten im Juli bei einer Umfrage des Ifo-Instituts Material-Engpässe. «Für die nächsten Monate gibt es keine Anzeichen einer deutlichen Erholung bei der Beschaffung wichtiger Werkstoffe», sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.

Gerade in den Kernbranchen der deutschen Industrie bleibe die Lage kritisch. In der Elektroindustrie, dem Maschinenbau und in der Automobilbranche berichteten weiterhin rund 90 Prozent der Unternehmen, dass sie nicht alle Materialien und Vorprodukte bekommen, hieß es vom Ifo. «Neben der grundsätzlichen Knappheit bei elektronischen Komponenten tragen weiterhin auch Probleme in der weltweiten Logistik, insbesondere im Schiffsverkehr, zu den Beschaffungsproblemen bei», erläuterte Wohlrabe.

© dpa
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