Ifo-Geschäftsklima steigt - Pessimismus lässt merklich nach

Energiekrise, Inflation und Lieferprobleme: Die wirtschaftlichen Aussichten auf den Winter sehen düster aus. Ein Hoffnungsschimmer kommt jetzt vom wichtigsten deutschen Konjunkturbarometer.
Container auf einem Gelände im Hamburger Hafen. Laut Ifo-Institut hat sich die Simmung in der deutschen Wirtschaft wieder deutlich verbessert. © Daniel Bockwoldt/dpa

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November unerwartet deutlich verbessert. Das Ifo-Geschäftsklima stieg zum Vormonat um 1,8 Punkte auf 86,3 Zähler, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag mitteilte. Außerdem wurde der Wert für den Vormonat nach oben revidiert. Demnach war das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer bereits im Oktober erstmals seit Mai gestiegen.

«Mit den laufenden Geschäften waren die Unternehmen zwar weniger zufrieden, aber der Pessimismus mit Blick auf die kommenden Monate ließ merklich nach», kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Rezession dürfte weniger tief ausfallen als viele erwartet hätten.

Ökonomen hatten im November mit einer besseren Unternehmensstimmung gerechnet, waren aber nur von 85 Punkten ausgegangen. In den vergangenen Monaten hatten die Inflation und Probleme mit Lieferketten den Stimmungsindikator belastet, der auf einer Umfrage unter rund 9000 Unternehmen basiert. Für den Index wird die Stimmung mit dem Durchschnitt des Jahres 2015 verglichen.

Stimmung hellt auf

Die befragten Unternehmen beschrieben ihre aktuelle Geschäftslage im November etwas schlechter als im Monat zuvor. Ausschlaggebend für das insgesamt bessere Geschäftsklima waren die Erwartungen: Der entsprechende Index stieg auf 80 Punkte von 75,9 Punkten im Oktober.

Die Stimmung verbesserte sich in allen Bereichen der Wirtschaft, besonders aber in der Industrie und in der Dienstleistungsbranche. «Die Rezession verliert ihren Schrecken», kommentierte Chefvolkswirt Ulrich Kater von der Dekabank. Er erwartet, dass die Unsicherheit über die Energieversorgung und damit die Sorgen um die Produktion in den kommenden Monaten zurückgeht. Die deutschen Unternehmen stünden allerdings vor langfristigen Herausforderungen, sagte Kater.

Sein Commerzbank-Kollege Jörg Krämer verwies auf das Entlastungspaket der Bundesregierung und darauf, dass das Risiko eines Gasmangels deutlich gesunken sei. «Ich erwarte unverändert eine Rezession, mehr denn je aber keinen wirtschaftlichen Kollaps.»

© dpa
Weitere News
Top News
Champions league
Medienrechte: Auch DAZN sichert sich TV-Rechte für die Champions League
Tv & kino
Schauspielerin: «Kneife mich noch immer selbst» - Gadot über «Wonder Woman»
Tiere
Zu hohe Energiekosten: Viele Reptilien-Halter wollen die Tiere abgeben
Testberichte
Im Test: Corolla Cross: So tritt Toyotas Topseller als SUV auf
People news
Musiker: David Garrett: Als Künstler nicht genug Zeit für ein Kind
Musik news
Preise: Taylor Swift gewinnt drei «People's Choice Awards»
Internet news & surftipps
Internet: Ukraine, WM, Olympia: Corona fliegt aus den Google-Charts
Internet news & surftipps
Streamingdienste: Netflix-Serie «Wednesday» weiter auf Höhenflug
Empfehlungen der Redaktion
Wirtschaft
Keine Rezession: Ifo-Geschäftsklima steigt weiter
Wirtschaft
Konjunktur: Ifo-Index fällt auf Zweijahrestief - Warnung vor Rezession
Wirtschaft
Konjunktur: Ifo-Geschäftsklima verschlechtert sich deutlich
Regional thüringen
Konjunktur: Sächsische Unternehmen: Bessere Stimmung trotz Unsicherheit
Wirtschaft
Konjunktur: Deutsche Wirtschaft wächst trotz Energiekrise
Regional thüringen
Konjunktur: Ifo-Institut: Stimmung in ostdeutscher Wirtschaft stagniert
Wirtschaft
Börse in Frankfurt: Dax schließt im Minus
Wirtschaft
Konjunktur: Ifo-Geschäftsklima fällt auf Zweijahrestief