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Inflationsrate im Juni auf 6,4 Prozent gestiegen

Hohe Teuerungsraten belasten die Menschen in Deutschland seit Monaten. Im Juni beschleunigt sich der Preisauftrieb sogar wieder. Dennoch machen Ökonomen den Verbrauchern Hoffnung.
Inflation
Die Inflation in Deutschland ist wieder leicht gestiegen. © Sven Hoppe/dpa

Nach drei Rückgängen in Folge zieht die Inflation in Deutschland wieder an. Nach ersten Daten des Statistischen Bundesamtes stiegen die Verbraucherpreise im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,4 Prozent. Im Mai lag die Jahresteuerungsrate bei 6,1 Prozent. Volkswirte sehen in dem aktuellen Anstieg allerdings nur ein vorübergehendes Phänomen aufgrund eines Sondereffekts.

Im Juni belasteten erneut deutlich gestiegene Nahrungsmittelpreise (plus 13,7 Prozent) die Budgets der Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Energiepreise stiegen mit 3,0 Prozent dagegen unterdurchschnittlich stark, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten vorläufigen Daten hervorgeht. Im Vorjahr waren die Energiepreise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine regelrecht in die Höhe geschossen.

Der private Konsum wird geschwächt

Die seit Monaten hohe Teuerung ist eine Belastung für Verbraucherinnen und Verbraucher. Sie zehrt an ihrer Kaufkraft, die Menschen können sich für einen Euro weniger leisten. «Nach wie vor hohe Inflationsraten von derzeit etwa sechs Prozent knabbern spürbar an der Kaufkraft der Haushalte und verhindern, dass der private Konsum seinen positiven Beitrag leisten kann», sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl jüngst. Der Privatkonsum ist eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur.

Vor einem Jahr dämpften das auf drei Monate befristete 9-Euro-Ticket und der Tankrabatt zeitweise den Preisauftrieb. Dieser Effekt entfiel in diesem Jahr. «Ohne diese zwei Basiseffekte, die die Jahresteuerungsrate auch noch im Juli und August rechnerisch hochhalten werden, wäre die Inflationsrate in diesem Monat wohl weiter rückläufig gewesen», erläuterte Deutsche Bank-Ökonom Sebastian Becker.

«Die Juni-Zahlen unterbrechen nur den Abwärtstrend der Inflation, markieren aber noch nicht sein Ende», sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Auch nach Einschätzung von ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski handelt es sich um eine «vorübergehende Pause». Nach dem Sommer sollte der Rückgang der Inflation an Dynamik gewinnen.

Seit Februar hatte sich die Inflation drei Monate in Folge auf hohem Niveau kontinuierlich abgeschwächt. Im Februar lag die Teuerungsrate wie schon zu Jahresbeginn noch bei 8,7 Prozent. Verglichen mit dem Vormonat Mai stiegen die Verbraucherpreise im Juni um 0,3 Prozent.

Preisbremsen der Bundesregierung sollen Entlastung bringen

Auch Unternehmen machen die gestiegenen Kosten zunehmend zu schaffen. «Die enormen Kostenbelastungen durch zu hohe Energie- und Materialpreise zeigen Wirkung. Nach Jahren sinkender Insolvenzzahlen hat sich der Trend gedreht», sagte der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres registrierte die Wirtschaftsauskunftei 8400 Firmenpleiten - eine Steigerung um 16,2 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022. «Ein weiterer Anstieg der Insolvenzen ist zu erwarten», prognostizierten die Experten. Von einer Pleitewelle wollen sie dennoch nicht reden.

Die Bundesregierung bemüht sich um Entlastung von Verbrauchern und Wirtschaft: Die rückwirkend zum 1. Januar geltenden Preisbremsen sollen Erdgas, Strom und Fernwärme erschwinglicher machen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) stemmt sich mit einer Serie von Zinserhöhungen gegen die auch im Euroraum hohe Inflation. Höhere Zinsen verteuern Kredite. Das kann die Nachfrage bremsen und hohen Teuerungsraten entgegenwirken. Die EZB strebt mittelfristig für den Euroraum Preisstabilität bei einer Inflationsrate von zwei Prozent an.

Im Juni lag der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), den die EZB für ihre Geldpolitik heranzieht, in Deutschland den vorläufigen Daten zufolge bei 6,8 Prozent.

© dpa ⁄ Friederike Marx, dpa
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