Geplante Übernahme: Fonds geht gegen Deutsche Wohnen vor

23.09.2021 Die geplante Übernahme der Deutsche Wohnen durch Vonovia gestaltet sich kompliziert. Nun hat ein britischer Fonds eine einstweilige Verfügung beantragt.

Vonovia versucht im dritten Anlauf, Deutsche Wohnen zu übernehmen. Foto: Christoph Soeder/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Ringen um die Übernahme der Deutsche Wohnen versucht ein britischer Fonds, dem größten deutschen Immobilienkonzern Vonovia Steine in den Weg zu legen.

Der Fonds Davidson Kempner hat beim Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung beantragt. Damit solle der Deutsche Wohnen die Ausgabe neuer Aktien und der Verkauf eigener Aktien an Vonovia untersagt werden, wie Davidson Kempner mitteilte. Davidson Kempner besitzt nach eigenen Angaben 3,2 Prozent des Grundkapitals der Deutsche Wohnen und ist auch an Vonovia beteiligt.

Der Fonds wirft den beiden Wohnungskonzernen vor, die Rechte der Aktionäre umgangen zu haben. Der Vorstand der Deutsche Wohnen habe eine Reihe rechtlich fragwürdiger Maßnahmen ergriffen, «deren einziger Zweck es ist, Vonovia dabei zu helfen, die Kontrolle über Deutsche Wohnen zu erlangen», heißt es in der Mitteilung. Dadurch werde das Recht der Aktionäre, über den Erfolg des Übernahmeangebots von Vonovia zu entscheiden, wesentlich beeinträchtigt.

Deutsche Wohnen weist Vorwürfe zurück

Die Deutsche Wohnen wies die Vorwürfe als «vollkommen substanzlos» zurück. Da bis zum vergangenen Freitag bereits 48,5 Prozent der Aktionäre der Deutsche Wohnen ihre Anteile Vonovia angeboten hätten, würden die von Davidson Kempner angegriffenen Maßnahmen «aller Voraussicht nach ohnehin nie relevant werden», teilte der Berliner Wohnungskonzern mit. Eine Sprecherin des Berliner Landgerichts bestätigte den Eingang des Antrags. Die zuständige Kammer werde voraussichtlich in der kommenden Woche über das weitere Vorgehen entscheiden. Vonovia wollte sich nicht äußern.

Vonovia versucht im dritten Anlauf, die Nummer zwei unter Vermietern zu übernehmen. Zweimal waren die Bochumer gescheitert, weil ihnen nicht genügend Aktien der Deutsche Wohnen angeboten worden waren. Um diesmal Erfolg zu haben, hatte Vonovia-Chef Rolf Buch Bedingungen in dem Übernahmeangebot fallen gelassen, unter anderem die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent der Aktien. Die Ausgabe neuer Aktien der Deutsche Wohnen ist eine Möglichkeit, mit der sich Vonovia die Mehrheit an der Deutsche Wohnen sichern könnte.

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