Finanzinvestoren planen neues Gebot für Aareal Bank

05.04.2022 Erst vor Kurzem war ein Übernahmeversuch gescheitert. Nun nehmen dieselben Investoren einen neuen Anlauf, um die Aareal Bank zu kaufen. Die Vorzeichen sind diesmal günstiger.

Die Aareal-Bank in Wiesbaden. © Boris Roessler/dpa

Der Übernahmepoker um die Aareal Bank geht in eine neue Runde. Die Finanzinvestoren Advent und Centerbridge planen ein neues Übernahmeangebot für den Gewerbeimmobilien-Finanzierer aus Wiesbaden.

Im ersten Anlauf waren sie am Widerstand mehrerer Großaktionäre gescheitert. Jetzt wollen die Bieter doch noch tiefer in die Tasche greifen. Die «zeitnah» beabsichtigte Offerte von 33 Euro je Aktie bewertet die Bank insgesamt mit knapp zwei Milliarden Euro. Die bislang unwilligen Großaktionäre ziehen diesmal mit, wie die Kaufinteressenten und die Aareal Bank am Dienstagmorgen mitteilten.

Erst Anfang Februar waren Advent, Centerbridge und der kanadische Pensionsfonds CPPIB mit ihrem gemeinsamen Übernahmeangebot gescheitert. Auch eine Erhöhung der Offerte von 29 auf 31 Euro je Aktie und eine auf 60 Prozent gesenkte Mindestannahmeschwelle führten nicht zum Erfolg. Die Hedgefonds Petrus Advisers und Teleios hatten sich der Offerte mit ihren Aareal-Anteilen nicht nur verweigert, sondern auch andere Aktionäre zur Nichtannahme aufgerufen.

Einigung erzielt

Jetzt haben sich Advent und Centerbridge allerdings mit Petrus, Teleios und den weiteren Großaktionären Vesa und Talomon geeinigt. Diese hätten zugesagt, die erwogene neue Offerte anzunehmen, heißt es in der Mitteilung der potenziellen Bieter. Die vier Großaktionäre würden insgesamt 37 Prozent der Aareal-Anteile andienen oder außerhalb des Übernahmeangebots an die Bieter verkaufen. Der Bank zufolge erwägen die Finanzinvestoren diesmal eine Mindestannahmeschwelle von höchstens 60 Prozent. Damit müssten sie nur noch Anteilseigner mit rund 23 Prozent der Aktien für sich gewinnen.

Petrus, Teleios, Vesa und Talomon wollen sich zudem der Investorengruppe um Advent und Centerbridge anschließen. Sie hätten zugesagt, Teile des erhaltenen Kaufpreises in eine langfristige indirekte Beteiligung von rund 20 Prozent an der Bietergesellschaft investieren, heißt es in der Mitteilung von Advent und Centerbridge.

Bei der Aareal Bank ist die Rede von «ausschließlich stimmrechtslosen Anteilen» für die vier bisherigen Großaktionäre. Und: «Ein direkter Einfluss dieser Investoren auf die Aareal Bank Gruppe wäre damit ausgeschlossen.» Zudem würde der Investorengruppe voraussichtlich erneut der Pensionsfonds CPPIB angehören.

In der erwogenen Offerte von 33 Euro je Aareal-Aktie ist erneut die geplante Dividende der Bank enthalten. Der Gewerbeimmobilien-Finanzierer hatte angekündigt, für das abgelaufene Jahr 1,60 Euro je Aktie an seine Anteilseigner auszuschütten.

Vorstand und Aufsichtsrat wollen nun erörtern, ob sie die für 18. Mai geplante Hauptversammlung verschieben. Dort sollte die Dividende eigentlich beschlossen werden. Die Bank kann nach eigenen Angaben noch nicht einschätzen, «ob es tatsächlich zu einem erneuten Übernahmeangebot kommen wird oder nicht».

© dpa

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