VW-Haustarif: IG Metall verlangt 8 Prozent mehr Geld

125.000 Beschäftigte bei VW sollen laut Forderung der IG Metall deutlich mehr Geld bekommen. Verhandelt darüber wird im Herbst.
Das Logo der IG Metall: Die Gewerkschaft fordert ein 8-prozentiges Lohnplus. © Daniel Bockwoldt/dpa/Daniel Bockwoldt

Die rund 125.000 Tarifbeschäftigten der westdeutschen VW-Werke, der VW-Finanzsparte und zwei weiterer kleiner Töchter sollen nach dem Willen der IG Metall ebenfalls 8 Prozent mehr Geld bekommen.

Die am Mittwoch in Hannover bekanntgegebene Forderung liegt auf dem Niveau des Entgeltziels, das die Gewerkschaft schon für den Flächentarif in der Metall- und Elektrobranche formulierte. Beide Runden sind für den Herbst geplant. Angepeilt werden zwölf Monate Laufzeit. Auch die Auszubildenden sollen entsprechend mehr verdienen.

Verlängerung von Altersteilzeit-Angeboten

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann ließ klar erkennen, dass am kommenden Montag (11. Juli) auch der Gewerkschaftsvorstand die Forderung nach 8,0 Prozent mehr Geld beschließen wird. Zunächst hatte das Gremium für die Fläche noch eine Spanne von 7 bis 8 Prozent zur Diskussion gestellt. Der Abschluss müsse das kommende Jahr mit abdecken, an dessen Ende die Verbraucherpreise deutlich über 10 Prozent im Vergleich zum Ist-Zustand liegen werden, meinte der IG Metall-Chef. Das könne die Lohnpolitik alleine zwar nicht ausgleichen. Aber: «Die 8,0 Prozent der Entgelte, wie sie die IG Metall fordert, sind ein wichtiger Beitrag, um Arbeitnehmerhaushalte zu entlasten.»

Bei Volkswagen will die Tarifkommission außerdem eine Verlängerung der Altersteilzeit-Angebote erreichen. Und die Belegschaft müsse auf Wunsch häufiger die Option nutzen können, einen Teil der Lohnzuwächse in Freizeit umwandeln zu können - dies solle künftig für alle Gewerkschaftsmitglieder gelten. Für dual Studierende verlangt die IG Metall überdies, dass Volkswagen die Semestergebühren übernimmt.

Ausgleich wegen Kaufkraftverlusten

«Auch die Kolleginnen und Kollegen bei Volkswagen und den VW-Töchtern sehen sich mit erheblichen Kaufkraftverlusten konfrontiert», begründete Bezirkschef Thorsten Gröger den Beschluss. Gleichzeitig mache der Konzern hohe Gewinne, Top-Manager und Aktionäre verdienten üppig. Man werde die Forderungen in den spätestens im November anlaufenden Gesprächen offensiv verteidigen - «zur Not auch mit großer Mobilisierung auf der Straße und vor den Werkstoren».

VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo hob den Punkt der Wandlung von Entgelt in freie Tage hervor: «Hier sollte die Arbeitgeberseite nachjustieren.» Bisher konnten beispielsweise Beschäftigte, die zu Hause Angehörige pflegen müssen, von der Regelung Gebrauch machen.

Aus dem Unternehmen hieß es, man habe die Position der IG Metall zur Kenntnis genommen. Vor dem Beginn der Tarifrunde im Herbst werde man die Forderungen der Gewerkschaft aber nicht näher kommentieren.

© dpa
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