Japans Notenbank lässt Geldpolitik extrem gelockert

17.06.2022 Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins angehoben und auch die Europäische Zentralbank hat einen Schritt in die gleiche Richtung gemacht. Japan hingegen fährt unbeirrt einen gegensätzlichen Kurs weiter.

Digitalanzeige, die den japanischen Nikkei 225-Index anzeigt. Japans Zentralbank widersetzt sich dem globalen Trend zur geldpolitischen Straffung. © Shuji Kajiyama/AP/dpa

Japans Zentralbank widersetzt sich dem globalen Trend zur geldpolitischen Straffung und lässt die Zügel trotz der steigenden Inflation und der rasanten Talfahrt des Yen extrem gelockert.

Während die US-Notenbank Fed ihren Leitzins am Vortag kräftig angehoben hatte, beschloss die Bank of Japan (BoJ) am Freitag nach zweitägiger Tagung, ihre wichtigsten geldpolitischen Hebel unverändert zu lassen. So sollen die kurzfristigen Zinssätze bei minus 0,1 Prozent und die langfristigen bei etwa null bleiben. Auch hält die BoJ an ihren Käufen von Staatsanleihen und Aktien fest.

Damit fahren die japanischen Notenbanker weiter unbeirrt einen gegensätzlichen Kurs im Vergleich zu den Kollegen in Europa und den USA. In Reaktion auf die Entscheidung der BoJ wertete der Yen gegenüber dem Dollar weiter rasant ab, fing sich daraufhin aber wieder. Der Handel am Devisenmarkt verlief jedoch weiter volatil.

Die japanische Währung war diese Woche gegenüber dem Dollar auf ein 24-Jahres-Tief gesackt. Die Schwäche des Yen schürt an den Märkten die Besorgnis, dass die Haltung der BoJ die Inflation verschärft und der Wirtschaft schadet, statt ihr mit niedrigen Zinsen Auftrieb zu verleihen. Andererseits war die Entscheidung der Notenbank, an ihrem Kurs einer gelockerten Geldpolitik festzuhalten, erwartet worden.

Zwar steigen die Preise auch in Japan, die Inflation wird jedoch vor allem durch die hohen Energiepreise getrieben. BoJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda hatte denn auch vor der Entscheidung zu erkennen gegeben, dass es ungeachtet der dramatischen Abschwächung des Yen vorerst zu keiner Straffung der Zügel kommen dürfte.

© dpa

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