Gewerkschaft: Auf Energieengpässe im Herbst vorbereiten

07.05.2022 Ein Gas-Embargo ist derzeit nicht geplant, aber die Gewerkschaft IG BCE befürchtet angesichts des anhaltenden Konflikts zwischen Russland und dem Westen Problem - sobald der Herbst kommt.

Der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis. © Moritz Frankenberg/dpa

Deutschland muss sich nach Ansicht der IG BCE wegen des Ukraine-Kriegs und seiner Folgen auf mögliche Energieengpässe vorbereiten.

«Wir alle - Bundesregierung, Unternehmen, Beschäftigte und private Haushalte - müssen uns darauf einstellen, dass es im Herbst mit der Energieversorgung sehr schwierig werden kann», sagte Michael Vassiliadis, Chef der drittgrößten deutschen Gewerkschaft, im Gespräch mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Dafür brauche es ein Spitzentreffen mit allen wichtigen Akteuren aus dem Bereich Energieversorgung, sagte Vassiliadis weiter. «Wenn es jemals Anlass zu einem Energiegipfel unter Führung von Bundeskanzler und Wirtschaftsminister gab, dann jetzt.» Geklärt werden müsse zum Beispiel, für welchen Zweck im Ernstfall wie viel Gas zur Verfügung stünde: «Was entfällt auf die Nutzung als Rohstoff in der Produktion, was auf Strom-, was auf Wärmeproduktion?»

Im Fall eines russischen Gas-Lieferstopps oder eines Gas-Embargos der EU gegen Russland und damit verbundener Versorgungsengpässe greift der Notfallplan Gas. Er hat drei Stufen. Die erste, die Frühwarnstufe, wurde von der Bundesregierung bereits ausgerufen. In der letzten, der Notfallstufe, müsste der Staat einschreiten. Möglich wäre dann die Abschaltung von Industriekunden. Private Haushalte dagegen sind geschützt.

Den geplanten Kohleausstieg sieht Vassiliadis angesichts der aktuellen Situation noch nicht in Gefahr. Das sei vor allem abhängig vom Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien und der dazugehörigen Stromnetze. Wenn nun zur Stromerzeugung mehr Kohlekraftwerke in Reserve gehalten würden, müssten allerdings «auch die Bedingungen geklärt sein, unter denen in den Braunkohletagebauen im Bedarfsfall der Abbau weiterlaufen kann».

Ein Gas-Embargo gegen Russland lehnt Vassiliadis dem Bericht zufolge weiter ab. Das geplante Öl-Embargo befürworte er jedoch, auch wenn es große Belastungen bringe. «Gerade wegen seiner Rolle in der Abhängigkeit von russischem Gas sollte Deutschland das geplante Öl-Embargo unterstützen.» Voraussetzung sei jedoch, dass die Belieferung der ostdeutschen Raffinerien, die besonders abhängig von russischem Öl sind, auf alternativem Weg gesichert sei.

© dpa

Weitere News

Top News

Handy ratgeber & tests

Featured: iOS 15.6: Alle Infos zum iPhone-Update

Fußball news

Premier League: «The Sun»: Chelsea will Vertrag mit Tuchel verlängern

People news

Gesundheit: Kid Cudi spricht über Schlaganfall - «Alles war kaputt»

Tv & kino

Castingshow: Pietro Lombardi neben Dieter Bohlen in letzter DSDS-Jury

Tv & kino

Mit 89 Jahren: «Trotzkopf» und «Tatort»: Klaus Barner gestorben

Familie

Gut verdaulich: Wie Sie Bohnen bekömmlich zubereiten

Handy ratgeber & tests

Featured: Tower of Fantasy: Alle gültigen Promo-Codes & Events im August 2022

Auto news

Sommerhitze: Waldbrandgefahr: Autos nicht auf trockenen Flächen parken

Empfehlungen der Redaktion

Regional niedersachsen & bremen

Energieversorgung: IG-BCE-Chef-Vassiliadis: Auf Energieengpässe vorbereiten

Wirtschaft

Einigung: «Brücken-Tarifvertrag» für Chemie- und Pharmaindustrie

Wirtschaft

Pharmaindustrie: Kompromiss in Kriegszeiten: Bonus für Chemie-Beschäftigte

Wirtschaft

Tarife: Kompromiss: Einmalzahlung für Chemie-Beschäftigte

Wirtschaft

Gewerkschafter und SPD-Politiker Hermann Rappe ist tot

Wirtschaft

Tarife: Chemie-Tarifgespräche gehen weiter - Arbeitgeber warnen

Wirtschaft

Flächentarifabschluss: Bundesweite Chemie-Tarifgespräche gehen in zweite Runde

Wirtschaft

Tarifkonflikt: Erste Tarifrunde für Ostchemie ohne Ergebnis vertagt