Lufthansa: Flugverkehr nach Pilotenstreik wieder normal

Einen Tag lang ging gar nichts mehr bei der Lufthansa: Wegen eines Pilotenstreiks musste das Unternehmen mehr als 800 Flüge streichen. Jetzt läuft wieder alles - doch der Konflikt ist nicht gelöst.
Die Lufthansa hat am Freitag Hunderte Flüge abgesagt. © Boris Roessler/dpa

Nach dem Ende des Pilotenstreiks läuft der Flugbetrieb bei Lufthansa nach Angaben des Unternehmens wieder weitgehend normal. «Sowohl am Flughafen Frankfurt als auch am Flughafen München ist nach dem gestrigen Streik der Lufthansa-Flugbetrieb heute wie geplant angelaufen», teilte das Unternehmen mit.

Vereinzelt sei es an beiden Flughäfen noch zu Verspätungen und einzelnen Flugstreichungen gekommen, erklärte die Lufthansa weiter. Die Streichungen seien noch auf den Streik zurückzuführen, betroffene Passagiere seien darüber bereits am Donnerstag informiert worden. «Abgesehen davon herrscht wieder normaler Flugbetrieb.»

Auch am Frankfurter Flughafen lief den Angaben nach alles stabil. Eine Sprecherin des Betreibers Fraport sprach von nur leicht erhöhten Wartezeiten bis in die Mittagsstunden. Es handelt sich um das letzte Wochenende der Schulferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, in Bayern sind noch bis Mitte September Sommerferien. Auch von anderen deutschen Flughäfen wurden keine Schwierigkeiten gemeldet. Am Freitag hatte die Lufthansa auch dort alle An- und Abflüge von und zu den Drehkreuzen Frankfurt und München gestrichen.

Lufthansa: Forderungen zu teuer

Aufgerufen zu dem eintägigen Streik hatte die Pilotengewerkschaft «Vereinigung Cockpit» (VC), nachdem Tarifverhandlungen mit der Lufthansa gescheitert waren. Die Lufthansa hat den Streikaufruf kritisiert und die VC aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Laut Lufthansa würden die Forderungen der VC die Personalkosten im Cockpit um 40 Prozent erhöhen. Dies sei selbst ohne Rücksicht auf die finanziellen Folgen der Corona-Krise außerhalb des Vertretbaren.

Die VC hatte neben 5,5 Prozent mehr Geld in diesem Jahr einen automatisierten Ausgleich oberhalb der Inflation ab 2023 verlangt. Dazu kämen eine neue Gehaltstabelle sowie mehr Geld für Krankheitstage, Urlaub und Training. Auf eine Laufzeit von zwei Jahren würde das eine Mehrbelastung von 900 Millionen Euro bedeuten, hieß es bei der Lufthansa.

Der automatisierte Inflationsausgleich bot der Lufthansa einen juristischen Angriffspunkt. Sie scheiterte zwar vor dem Arbeitsgericht München mit den Antrag auf eine Einstweilige Verfügung gegen den Streik. Die Vereinigung Cockpit nahm aber die auch vom Gericht als «rechtlich nicht unbedenklich» eingeschätzte Forderung nach einem automatisierten Ausgleich zurück und prüfte andere Formulierungen.

Erst im Juli hatte die Gewerkschaft Verdi mit einem Warnstreik des Bodenpersonals den Flugbetrieb der größten deutschen Airline für einen ganzen Tag nahezu lahmgelegt. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo will im Herbst für ihre Mitglieder verhandeln. Sie erklärte sich «ausdrücklich und uneingeschränkt solidarisch» mit dem Streik der Piloten.

© dpa
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