Hamburg will keinen großen LNG-Terminal im Hafen

Deutschland wird wohl verstärkt auf den Import von Flüssiggas setzen. Doch der Hamburger Senat hat Vorbehalte und ist deshalb gegen ein Terminal im Hafen der Stadt.
Der Hamburger Hafen. © Ulrich Perrey/dpa

Der Hamburger Senat hat sich gegen die Einrichtung eines Flüssiggas-Terminals im Hafen der Stadt ausgesprochen. Untersuchungen von Gutachtern zeigten, dass die von der Bundesregierung geplante Größe des LNG-Terminals nicht kurzfristig mit den Rahmenbedingungen zusammenzubringen sei, teilte ein Sprecher der Umweltbehörde am Freitag mit.

Insbesondere stünden die erforderlichen Gewässerausbaumaßnahmen und das Risiko einer weitreichenden Sperrung des südlichen Teils des Hafens für die Seeschifffahrt dem Projekt entgegen.

Am geplanten Standort der schwimmende Plattform neben dem stillgelegten Kohlekraftwerk Moorburg hätten große Mengen an Schlick weggebaggert werden müssen, berichtete der NDR. Hamburg habe darauf gehofft, dass der Bund helfe. Der habe das jedoch abgelehnt.

Laut einem Bericht von abendblatt.de hätte die Süderelbe für den Schiffsverkehr gesperrt werden müssen, wenn ein Betankungsschiff zum Entladen festgemacht hätte. Dies wäre zweimal pro Woche der Fall gewesen, und zwar für jeweils 24 bis 48 Stunden.

Gibt es eine «kleine Lösung»?

Hamburg hatte sich als Standort für eines der insgesamt vier Terminals angeboten, mit denen die Bundesregierung die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Erdgas reduzieren will. «Es liegt im nationalen Interesse, dass alle verfügbaren Floating-Units so früh wie möglich in Betrieb genommen werden», hatte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) im Juli erklärt. Hamburg sei bereit, dazu einen Beitrag zu leisten.

Nun hieß es am Freitag, der Senat habe in Abstimmung mit dem Bundeswirtschaftsministerium angeboten, die Stationierung eines kleineren LNG-Terminalschiffs zu prüfen. «Aufgrund der wesentlich kleineren Dimension fallen viele der Herausforderungen geringer aus, die sich bei einem großen LNG-Terminal ergeben», teilte die Umweltbehörde weiter mit. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin äußerte sich ähnlich. «Die Informationen aus Hamburg entsprechen unserem Kenntnisstand. Eine große Lösung hat sich in der Tat als schwierig erweisen; die nautischen Voraussetzungen hierfür sind nicht gegeben», sagte sie der dpa. «Wir sind daher in Gesprächen mit Hamburg, wie eine "kleine" Lösung aussehen kann.»

© dpa
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