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Firmen-Patriarch Grupp übergibt Zepter an Tochter und Sohn

Der Trigema-Chef Wolfgang Grupp gilt als der «König von Burladingen». Mit mantrahaften Forderungen nach Unternehmerhaftung in Talkshows ist er bundesweit bekannt geworden - und mit einem Affen in der Werbung.
Trigema-Chef
Wolfgang Grupp ist einer der profiliertesten und schillerndsten deutschen Mittelständler. © Sebastian Gollnow/dpa

Lange Zeit wirkt es, als könne der Trigema-Chef Wolfgang Grupp nicht loslassen. Überall erklärt er, nur ein Kind solle die Geschäftsführung bei dem Hersteller von Sport- und Freizeitkleidung übernehmen. Von einer Doppelspitze hält Grupp nichts. Nun aber ist die Katze aus dem Sack: Der 81 Jahre alte alleinige Geschäftsführer und Inhaber übergibt die Geschäftsführung doch an beide Kinder.

Sein Sohn Wolfgang Grupp jun. (32) werde zum 1. Januar 2024 persönlich haftender Gesellschafter und Geschäftsführer. Die Tochter Bonita Grupp (34) werde zum gleichen Zeitpunkt Mitglied der Geschäftsführung. Beide seien gleichberechtigte Partner, hieß es.

Grupp ist einer der schillerndsten deutschen Mittelständler, sein Unternehmen sitzt im schwäbischen Burladingen im Zollernalbkreis. Bekannt wurde er bundesweit durch kultige Fernsehspots. In diesen wirbt ein Schimpanse - zuletzt ein digitalisiertes Tier - für seine T- und Sweat-Shirts.

Der Manager zeigt sich immer perfekt frisiert, akkurat im Anzug, immer mit Krawatte und immer mit Einstecktuch. Auch zu Hause vor dem Fernseher, wie er der Deutschen Presse-Agentur einmal sagte. Die Familienvilla - lange Jahre diente dort ein Butler - auf dem 25 000 Quadratmeter großen Grundstück samt Swimmingpool liegt mitten in Burladingen und direkt gegenüber von seinem Lebenswerk.

Ein Geschäftsmann alter Schule geht

Zu Terminen fliegt Grupp im eigenen Hubschrauber. «Made in Germany» ist ein Wert an sich, glaubt der wertkonservative Grupp. Zum 100-jährigen Firmenbestehen im Jahr 2019 zeichnete Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Grupp mit dem Bundesverdienstkreuz aus.

Grupp kennt man auch aus Talkshows, in denen er gegen verantwortungslose Unternehmer poltert und mit seinen Aussagen teils provoziert. Er gilt als Geschäftsmann alter Schule und führt sein Unternehmen in patriarchalischem Stil. Dabei vertritt er in vielen Punkten konservative Ansichten: Haftung, Verantwortung, Anstand - das ist sein Mantra. In einer Fernseh-Dokumentation wurde er als «König von Burladingen» bezeichnet. Oft kritisiert Grupp erregt den Größenwahn so mancher Unternehmer und fordert die persönliche Haftung für alle Bosse: «Wir brauchen wieder Unternehmer mit Verantwortung, Disziplin und Vorbildfunktion.»

Der Textilunternehmer wurde am 4. April 1942 in Burladingen geboren. 1969 übernahm er die 1919 von seinem Großvater gegründete, hochverschuldete Firma. Mit eiserner Hand führt Grupp Trigema aus den roten Zahlen und macht den Betrieb zu Deutschlands größtem T-Shirt- und Tennis-Bekleidungs-Hersteller. Der Produktionsumsatz lag 2022 bei 127,2 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter bei rund 1160.

Respekt und Demut

Das Unternehmen wird unter den beiden Nachfolgern als Trigema W. Grupp KG weitergeführt. Bisher hat Grupp Trigema als «e.K» (eingetragener Kaufmann) geführt. Als eingetragener Kaufmann haftet er mit seinem Privatvermögen. In dem neuen Konstrukt bleibt die mit Wolfgang Grupp senior seit 1988 verheiratete Elisabeth Grupp als Gesellschafterin weiterhin im Unternehmen tätig.

Bonita und Wolfgang Grupp jun. traten in den Jahren 2013 und 2014 in das Familienunternehmen ein. Der Junior leitet die Bereiche B2B-Verkauf und Digitalisierung. Bonita Grupp übernahm im Unternehmen die Leitung der Abteilungen E-Commerce, Marketing sowie Personal.

Die Kommentare seiner Kinder zur Übernahme des Familienunternehmens dürften für Grupp senior, der sich mit einer Nachfolgeregelung lange Zeit lässt, Balsam für die Seele sein: «Wir blicken mit Demut und Achtung auf diese Chance, das Lebenswerk unseres Vaters weiterführen zu dürfen», sagt Bonita. Und Grupp jun. fügt hinzu: «Unser Vater hat über Jahrzehnte gezeigt, dass es möglich ist, am Standort Deutschland zu produzieren. Diesem Lebenswerk begegnen wir mit größtem Respekt.»

© dpa ⁄ Tatjana Bojic, dpa
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