Schweizer Politikerin: Bei Nord Stream 2 geht es um Konkurs

01.03.2022 Erst das auf Eis gelegte Genehmigungsverfahren für Nord Stream 2, dann die US-Sanktionen: Das Unternehmen hinter der umstrittenen Pipeline hat nach Behördenangaben massive Zahlungsschwierigkeiten.

Der Betreiber der russischen Pipeline Nord Stream 2 mit Sitz im steuergünstigen Schweizer Kanton Zug hat nach Angaben von Wirtschaftsminister Guy Parmelin allen Angestellten gekündigt. © Philipp Schmidli/KEYSTONE/dpa

Der Betreiber der russischen Pipeline Nord Stream 2 mit Sitz im Schweizer Kanton Zug soll nach Angaben einer Behördenvertreterin vor dem Aus stehen.

Beim Sender Blick-TV sprach die Zuger Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut am Dienstag von «Konkurs». Das Unternehmen reagierte auf Anfragen nicht.

«Nord Stream 2 hat massive Zahlungsschwierigkeiten aufgrund der verhängten Sanktionen», teilte das Departement später auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Aufgrund dessen sei eine Weiterbeschäftigung von 106 Entlassenen nicht möglich. «Offiziell wurde der Konkurs noch nicht angemeldet», hieß es weiter.

In dem Fernsehinterview hatte Thalman-Gut gesagt: «Es handelt sich aber nicht um eine Massenentlassung. Das ist es nur, wenn das Unternehmen weiter besteht», sagt sie. «In diesem Fall handelt es sich allerdings um einen Konkurs.» Ein Konkursverfahren kann in der Schweiz von Gläubigern oder dem Unternehmen selbst eingeleitet werden, «wenn es sich als insolvent betrachten muss», wie das Wirtschaftsministerium auf seiner Webseite schreibt. Die Volkswirtschaftsdirektion eines Kantons entspricht einem Wirtschaftsministerium in einem deutschen Bundesland.

Entlassungen

Die kantonale Behörde will nach eigenen Angaben am Freitag berichten, wie der Kanton Zug reagieren werde. Der Schweizer Wirtschaftsminister Guy Parmelin hatte am Montagabend im Fernsehen zunächst von 140 Entlassungen gesprochen.

Nord Stream 2 ist eine Tochtergesellschaft des russischen Gaskonzerns Gazprom und hat ihren Hauptsitz in Zug gut 30 Kilometer südlich von Zürich. Die durch die Ostsee verlegte und fertig gestellte Pipeline sollte russisches Gas nach Deutschland bringen. Die Bundesregierung hatte das Genehmigungsverfahren für Nord Stream 2 angesichts der russischen Eskalation in der Ukraine vergangene Woche auf Eis gelegt. Die USA verhängten Sanktionen gegen die Nord Stream 2 AG und untersagten damit weitere Geschäfte mit dem Unternehmen.

Das von Nord Stream 2 gegründete Schweriner Tochterunternehmen Gas for Europe hat seinen Betrieb zunächst eingestellt. «Aufgrund der Situation bei der Nord Stream 2 AG sind die Aktivitäten der Gas for Europe GmbH gestoppt», sagte ein Sprecher am Dienstag. Das Tochterunternehmen war zuvor gegründet worden, um Vorgaben der Bundesnetzagentur zu erfüllen.

© dpa

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