Eon will grünen Wasserstoff aus Australien vermarkten

29.03.2022 Grüner Wasserstoff soll der Industrie helfen, den Ausstoß klimaschädlicher Gase zu verringern. Benötigt werden große Mengen. Eon sieht im Vertrieb einen Zukunftsmarkt - und trifft erste Vereinbarungen.

Patrick Lammers, Vertriebsvorstand des Energieversorgers Eon (l), und Andrew Forrest, Gründer des australischen Unternehmens Fortescue Future Industries (FFI), beabsichtigen, grünen Wasserstoff aus Australien nach Deutschland zu holen. © Michael Kappeler/dpa

Der Energieversorger Eon und das australische Unternehmen Fortescue Future Industries (FFI) wollen in großem Stil klimaneutral hergestellten Wasserstoff nach Europa bringen. Die Unternehmen wollen gemeinsam Wege entwickeln, um bis 2030 bis zu fünf Millionen Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr nach Europa zu liefern.

Darüber sei eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet worden, teilten die Firmen am Dienstag in Berlin mit. Als Nächstes sind jetzt Machbarkeitsstudien geplant. FFI gehört zum australischen Bergbaukonzern Fortescue Metals Group.

Fünf Millionen Tonnen Wasserstoff haben einen Energiegehalt von 167 Terawattstunden. Zum Vergleich: Die Nationale Wasserstoffstrategie ging 2020 davon aus, dass jährlich in Deutschland Wasserstoff im Umfang von rund 55 Terawattstunden genutzt wird.

Aus Sonnen- und Windstrom gewonnen

Nach Angaben von Eon-Vertriebsvorstand Patrick Lammers soll der erste Wasserstoff 2024 geliefert werden. Eon will das Gas für mittelständische Unternehmen vor allem in Deutschland und in den Niederlanden verfügbar machen. Im Blick habe Eon dabei Tausende Firmen. Der Wasserstoff soll über Eon-Verteilnetze in Deutschland und anderen europäischen Ländern zu den Kunden kommen und zunächst Erdgas beigemischt werden. «Die Partner werden in Zusammenarbeit mit ihren Regierungen erarbeiten, wie die Versorgung so schnell wie möglich aufgenommen werden kann», hieß es in einer Mitteilung.

Nach Angaben des FFI-Vorsitzenden Andrew Forrest soll der Wasserstoff mit Hilfe von klimaneutral gewonnenem Sonnen- und Windstrom hergestellt werden und in Form von Ammoniak nach Europa kommen. Ammoniak ist eine chemische Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff und lässt sich leichter transportieren als reiner Wasserstoff.

Eon ist nicht das einzige Unternehmen, das Wasserstoff von FFI nutzen will. Mitte Januar veröffentlichten der Leverkusener Chemiekonzern Covestro und FFI ihre Absicht zusammenzuarbeiten. Die Rede war damals von bis zu 100.000 Tonnen grünem Wasserstoff und Wasserstoffverbindungen wie etwa Ammoniak pro Jahr.

© dpa

Weitere News

Top News

1. bundesliga

Medienberichte: Itakura wechselt vom FC Schalke 04 zu Mönchengladbach

Internet news & surftipps

Pressefreiheit: Türkei sperrt Webseite der Deutschen Welle

Reise

Etwa zehn Euro pro Person: Venedig verlangt ab 2023 von Tagestouristen Eintritt

Handy ratgeber & tests

Featured: Sony WH-1000XM5 vs. Sony WH-1000XM4: So hat Sony seine Kopfhörer verbessert

Das beste netz deutschlands

Gefahr für Kinder: Urlaubsfotos im Netz: Was Eltern beachten sollten

Tv & kino

Featured: Alien, Igel und Musiklegenden: Das sind Deine GigaTV-Highlights im Juli

Auto news

Ford SuperVan beim Festival of Speed: Express-Lieferung

Musik news

Musiker: Rocko Schamoni warnt vor «Artensterben in der Kultur»

Empfehlungen der Redaktion

Wirtschaft

Chemiekonzern will grünen Wasserstoff aus Australien kaufen

Wirtschaft

Energieversorger: Eon schließt Partnerschaft mit Tree Energy Solutions

Wirtschaft

Energiekonzern: RWE plant Ammoniak-Terminal in Brunsbüttel

Wirtschaft

Eon steigt bei norwegischer Horisont Energi ein

Wirtschaft

Energie: Eon-Berechnung sieht Gas-Einsparpotenzial bei Haushalten

Wirtschaft

Energie: Habeck-Reise bringt Hamburgs Wasserstoff-Ambitionen voran

Wirtschaft

Entwicklung: Hoffnungsträger: Westküste mit Riesenpotenzial

Wirtschaft

Thyssenkrupp: Spezialstahl für Trafos mit weniger CO2