Umfrage: Teures Benzin macht E-Auto interessanter

24.01.2022 Modern, umweltfreundlich, leise - die Nachfrage nach Elektroautos wächst aufgrund von steigenden Benzinpreisen. Doch von Massentauglichkeit kann noch lange nicht die Rede sein.

Viele Autokäufer zögern in Sachen Elektromobilität aufgrund der unzureichenden Ladeinfrastruktur. Foto: Julian Stratenschulte/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Beim nächsten Autokauf würden sich nach einer Verbraucher-Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte 15 Prozent der Deutschen für ein reines Elektroauto entscheiden, weitere 40 Prozent für ein Hybridfahrzeug.

Eines der zentralen Argumente seien die hohen Benzinpreise, sagte Deloitte-Branchenexperte Harald Proff am Montag: Wenn der Ladestrom ähnlich teuer wäre wie der fossile Sprit, würden 41 Prozent ihre Entscheidung für ein E-Auto überdenken.

Die größten Sorgen beim E-Autokauf

Als größte Sorge bei der Elektromobilität nannte ein Viertel der befragten Autofahrerinnen und Autofahrer die Reichweite, gefolgt von der Ladeinfrastruktur (14 Prozent) und den höheren Anschaffungskosten (12 Prozent). Knapp ein Drittel der 1500 Befragten sagte, sie würden für ein E-Auto bis zu 2000 Euro mehr ausgeben.

70 Prozent der Befragten erwarten, ihr Auto am häufigsten daheim aufladen zu können. Im Durchschnitt nannte sie 616 Kilometer Reichweite als kritische Zielmarke, die ein reines Elektroauto haben müsste, damit sie sich für den Kauf entscheiden.

Ab 2035 keine neuen Verbrenner mehr

Mit Blick auf das Ziel der EU-Kommission, ab 2035 keine neuen fossil betriebenen Autos mehr zuzulassen, sagte Proff: «Reichweite, Ladeinfrastruktur und geringere Anschaffungskosten sind unabdingbare Voraussetzungen, um die Elektromobilität massentauglich zu machen. Wenn diese nicht gegeben sind, wird sie trotz der aktuell steigenden Verkaufszahlen in weiten Teilen der Gesellschaft nicht ankommen.»

Laut Deloitte zeigt die Umfrage: «Der Trend geht weiterhin zum eigenen Auto.» 66 Prozent der Befragten sagten, sie nutzten ihr Auto täglich oder mehrmals pro Woche. An zweiter Stelle wurde der öffentliche Nahverkehr (15 Prozent) genannt, gefolgt vom Fahrrad (9 Prozent). Carsharing, Taxis und andere Fahrdienste seien in der Nische mit insgesamt 5 Prozent.

© dpa-infocom GmbH

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