Paketbranche erwägt den Sendungstransport im Nahverkehr

Deutschlands Paketbranche nimmt den Transport im öffentlichen Nahverkehr in den Blick. Eine Studie kommt zu dem Schluss: der Pakettransport in Regionalbahnen oder S-Bahnen hat großes Potenzial.
Michael Frey, stellvertretender Leiter des Instituts für Fahrzeugsystemtechnik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), mit dem Prototyp eines Ladungsträgers an einer Straßenbahnhaltestelle. © Uwe Anspach/dpa

Um die steigenden Sendungsmassen zu bewältigen und dabei klimaschonend wirtschaften zu können, nimmt Deutschlands Paketbranche den Transport im öffentlichen Nahverkehr in den Blick.

Der Logistik-Verband Biek veröffentlichte eine Studie, die von ihm in Auftrag gegeben worden war. Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass der Pakettransport in Regionalbahnen oder S-Bahnen großes Potenzial hat, es aber noch Hürden gebe. Es wäre zwar «kein Allheilmittel», aber ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit, sagt Co-Autor Ralf Bogdanski von der Technischen Hochschule Nürnberg.

Es gibt bereits Projekte, bis zu einem Regelbetrieb dürfte es aber noch Jahre dauern. So erprobt zum Beispiel die Deutsche Post DHL in Schwerin die Nutzung von Straßenbahnen, um an Haltestellen Packstationen zu befüllen. In Karlsruhe erforschen Logistikexperten vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den Einsatz eines Ladungsträgers, der automatisiert in die Straßenbahn hinein- und hinausfahren soll - 2023 sollen Praxistests auf einem Betriebsgelände starten.

Laut Professor Bogdanski könnten Paket-Container am späten Vormittag in den recht leeren Bahnen in die Städte hinein geschickt und am späten Nachmittag oder abends zurückgeschickt werden. Dadurch würde der CO2-Ausstoß sinken - vorausgesetzt, die Bahnen fahren mit Ökostrom. Zudem würden die Straßen etwas entlastet.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen erklärt, er sei offen für «Konzepte, die den Stand der Technik abbilden und auch logistische und finanzielle Fragen klären». Der Verband betont aber auch, dass Fahrgäste nicht behindert und Haltezeiten dadurch nicht länger werden dürften. Zudem müsste noch gesetzlich geregelt werden, dass der Gütertransport auch im Nahverkehr möglich sei. Biek-Verbandschef Marten Bosselmann fordert ebenfalls, dass die Politik «zunächst den notwendigen rechtlichen und finanziellen Rahmen schaffen» müsse.

© dpa
Weitere News
Top News
2. bundesliga
2. Liga: HSV-Vorstand Wüstefeld tritt zurück - Boldt leitet Geschäfte
Tv & kino
Auktion: Drei Millionen Euro für den Aston Martin von James Bond
Reise
Ab Mitte Dezember: Bahn erhöht Preise im Fernverkehr um fast fünf Prozent
Auto news
Saftige Strafgebühren: BGH: Hohe Maut-Nachforderungen aus Ungarn zulässig
Musik news
Schwedischer Musiker: Firma von Abba-Sänger kauft Teile des Avicii-Songkataloges
Handy ratgeber & tests
Featured: Our Solar System: Googles AR-Ausstellung bringt Saturn, Venus & Co. via App in Dein Wohnzimmer
Tv & kino
Streaming: Marilyn Monroe, das Opfer: Biopic «Blond» bei Netflix
Internet news & surftipps
Computer: Tim Cook: Apple baut Entwicklungs-Standort München aus
Empfehlungen der Redaktion
Regional sachsen
Bahn: Renner 9-Euro-Ticket: 240.000 Stück in Leipzig und Dresden
Wirtschaft
Transportwesen: Bestellung abgeschlossen - Paketboom könnte 2022 pausieren
Job & geld
Online-Handel: Paketboom: Wie lange hält der Kaufrausch im Netz noch an?
Regional thüringen
Nahverkehr: Grüne schlagen Sozialticket für Busse und Bahnen vor
Wirtschaft
Welthandel: Logistikexperten sehen Tendenzen zur Deglobalisierung
Regional hamburg & schleswig holstein
Wirtschaft: Logistikexperten: Tendenzen zur Umkehr der Globalisierung
Wirtschaft
Corona: Wissing für Ende der Maskenpflicht in Verkehrsmitteln
Regional hessen
Bahnverkehr: Vorverkauf für 9-Euro-Ticket startet am Montag