Studie: Energiekrise gefährdet Industriestandort Europa

Die Unternehmensberatung PwC sieht die Metall-, Auto-, und Chemiebranche wegen der höheren Produktionskosten unter enormem Druck. Sie befürchtet eine Strukturverschiebung innerhalb Europas.
Die Metall-, Auto-, und Chemiebranche sind nach Einschätzung der Unternehmensberatung PwC wegen der höheren Produktionskosten unter enormem Druck. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Die Energiekrise bedroht nach Einschätzung der Unternehmensberatung PwC Schlüsselsektoren der deutschen Industrie und könnte sogar eine Deindustrialisierung Europas auslösen. Europa verliere als Produktionsstandort an globaler Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität. Die deutsche Industrie werde besonders hart von den extrem gestiegenen Gaspreisen getroffen, heißt es in einer Studie der PwC-Tochter Strategy&. «Viele Unternehmen könnten sich zukünftig dazu entscheiden, ihre Produktion innerhalb Europas neu aufzustellen oder gänzlich aus Europa abzuziehen», sagte Strategy&-Europachef Andreas Späne.

Die Metall-, Auto-, und Chemiebranche seien wegen der höheren Produktionskosten unter enormem Druck. In Frankreich und Spanien stiegen die Produktionskosten vergleichsweise moderat. Ein Grund dafür sei der höhere Anteil von Atomstrom und erneuerbarer Energien im Energiemix. Stark von russischem Öl und Gas abhängige Länder wie Polen gerieten dagegen unter extremen Druck.

Strukturverschiebungen möglich

Obwohl die deutsche Industrie in den meisten Branchen weiterhin günstiger als der EU-Durchschnitt produziere, könnten Unternehmen aus den am stärksten betroffenen Sektoren ihre Produktion in andere Regionen außerhalb Europas verlagern. Langfristig könne das zu Strukturverschiebungen innerhalb der europäischen Industrielandschaft führen oder sogar zu einer Deindustrialisierung, heißt es in der Studie.

Erst 2024 ist mit einer Entspannung am Energiemarkt zu rechnen. «Um wichtige Industrien im Land zu halten, muss die Politik jetzt die richtigen Anreize setzen, um die Inflation zu drücken und die Energietransformation zu beschleunigen», sagte Co-Autorin Eva Poglitsch. Mit der Erhöhung der Energieeffizienz, dem Ausbau erneuerbarer Energien und Dekarbonisierung eröffneten sich für die Unternehmen auch Chancen.

© dpa
Weitere News
Top News
Sport news
Grand-Slam-Turnier: Triumph bei Australian Open: Sabalenka am Ziel ihrer Träume
Tv & kino
Schauspieler: Dimitrij Schaad erhält Ulrich-Wildgruber-Preis
Tv & kino
Schauspielerin: Sandra Hüller beim Filmfestival Max Ophüls
Tv & kino
Featured: Bridgerton: Die richtige Reihenfolge der Bücher
Das beste netz deutschlands
Featured: DeepL Write: So nutzt Du die KI-Schreibhilfe für Texte
Das beste netz deutschlands
Featured: Chat GPT: So nutzt Du den KI-Bot von OpenAI
Internet news & surftipps
Extremismus: SPD-Abgeordneter für 14-Tage-Speicherpflicht für IP-Adressen
Reise
Flüge verspätet und gestrichen: Streik am Düsseldorfer Airport: Diese Rechte haben Reisende
Empfehlungen der Redaktion
Wirtschaft
Fahrzeugbau: Studie: Elektro-Lastwagen 2035 klar Marktführer
Wirtschaft
Außenhandel: PwC-Studie: Europa wird 2025 zum Autoimporteur
Wirtschaft
Industrie: PwC: Autobranche muss in Batterie-Wertschöpfung investieren
Wirtschaft
Studie: Deutsche Liebe zum Bargeld am größten in Europa
Wirtschaft
Studie: Fleischkonsum gefährdet globale Lebensmittelversorgung
Regional niedersachsen & bremen
Unternehmen: Chemie-Verband fordert schnelleren Ausbau von grüner Energie
Corona
Folgen der Pandemie: Menschen bevorzugen in der Corona-Krise das eigene Auto
Regional hamburg & schleswig holstein
Wirtschaft: Logistikexperten: Tendenzen zur Umkehr der Globalisierung