Österreich vor schwieriger Wintersaison

07.11.2021 Viele Regionen in Österreich sind vom Wintertourismus abhängig. Es fehlen jedoch Tausende Saisonkräfte - was unter anderem daran liegt, dass manche Impfstoffe nicht anerkannt werden.

In der kommenden Wintersaison steht für das vom Tourismus abhängige Österreich viel auf dem Spiel. Foto: Barbara Gindl/APA/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach den erheblichen Ausfällen in der vergangenen Skisaison setzen Urlauber und Skiregionen auf die neue Wintersportsaison - mit Auflagen und unterschiedlichen Herausforderungen für Tourismusplaner.

So rüstet sich Österreich angesichts möglicher Reisewarnungen und fehlender Saisonkräfte für eine schwierige Saison. Unter Auflagen starten Frankreichs Wintersportgebiete. Bulgariens Skiregionen haben nicht nur mit Auswirkungen der vierten Corona-Welle zu kämpfen, sondern auch mit steigenden Energiepreisen. Die vergangene Wintersaison war wegen der Pandemie für die meisten Skigebiete in Europa ein Totalausfall.

Ein großes Problem sei zudem, dass wohl bis zu 3000 Kräfte mit dem russischen Impfstoff Sputnik V geimpft seien, der aber wegen fehlender Zulassung in Österreich nicht anerkannt werde. «Wir drängen die Bundesregierung seit Wochen, hier aktiv zu werden und zum Beispiel Kreuz-Impfungen mit anderen Stoffen als Impfnachweis gelten zu lassen», so Kraus-Winkler. Auch bei Gästen aus Osteuropa zeichne sich hier ein Problem ab.

Viele Hotels in Österreich tendierten schon länger zu einer 2G-Regel für Geimpfte und von Corona Genesene, wie sie nun ab Montag gilt. Lieber eine sichere Saison als gar keine Saison sei das Motto, so Kraus-Winkler. Nach dem Ausfall der Wintersaison 2020/2021, deren Folgen teilweise durch Hilfszahlungen abgefedert wurden, könnten sich viele in der Branche einen zweiten ausgefallenen Winter wohl nicht mehr leisten. «Das geht dann an die Reserven», sagte Kraus-Winkler. In der Wintersaison stehe für das vom Tourismus stark abhängige Österreich viel auf dem Spiel: «Das Vertrauen in das Produkt Wintersaison darf nicht erschüttert werden.»

Für Frankreichs Wintersportgebiete gelten bestimmte Corona-Auflagen. In Warteschlangen an Skiliften und bei anderen Ansammlungen solle eine Masken- und Abstandspflicht gelten, kündigte Premierminister Jean Castex am Samstag nach Angaben des Sender France Info an. Im Skilift könne die Maske dann abgenommen werden.

Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100 000 Einwohner - auf über 200 steigen, greift auch die Pflicht zum Vorzeigen des Gesundheitspasses mit dem Nachweis von Impfung, Genesung oder eines negativen Tests (3G-Regel). Zuletzt lag die Inzidenz in Frankreich bei 54 - in Deutschland am Sonntagmorgen bei 191,5. In der vergangenen Saison waren Skilifte in Frankreich geschlossen. In den Skigebieten betrug der Verlust laut Bergtourismusverband France Montagnes 1,4 Milliarden Euro.

Das EU-Land Bulgarien gilt aus deutscher Sicht seit zwei Wochen als Corona-Hochrisikogebiet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 449,5. Bulgarien ist mit gut 24 Prozent vollständig Geimpften über 18 Jahren EU-Schlusslicht. Das niedrige Impf-Niveau sei abschreckend für Touristen, warnte die Vize-Präsidentin der Europäischen Wellnessvereinigung ESPA, Sijka Kazarowa, im Staatsradio.

Bulgarien führte erst ab 21. Oktober die in der Tourismus-Branche umstrittene 3G-Regel ein. Damit erhalten Geimpfte, Getestete und von Covid-19 Genesene per «grünem Zertifikat» Zutritt etwa in Lokalen, Hotels, Fitnessclubs und Einkaufszentren. Für die Skigebiete ist noch keine einheitliche Corona-Regelung abgestimmt. Auch für die Wintersaison 2021/22 setzen die Ski-Gebiete im Süden des Landes auf heimische Touristen und Gäste aus den benachbarten Ländern. 

© dpa-infocom GmbH

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