Flutkatastrophe: Zerstörtes Bargeld in Millionenhöhe ersetzt

09.02.2022 Bei der Flutkatastrophe vergangenen Sommer sind Geldscheine und Münzen in Millionenhöhe zerstört oder beschädigt worden. Die Deutsche Bundesbank hilft, das Geld zu ersetzen.

Blick auf Insul - Bei der Flutkatastrophe an der Ahr im Juli 2021 sind auch Geldscheine und Münzen zu Schaden gekommen. © Boris Roessler/dpa

Die Deutsche Bundesbank hat bei der Flutkatastrophe im vergangenen Sommer beschädigte Banknoten und Münzen im Wert von mehr als 100 Millionen Euro ersetzt.

Knapp 60 Millionen Euro hiervon seien an Privatpersonen gezahlt worden, sagte Vorstandsmitglied Johannes Beermann am Mittwoch in Mainz. Der Rest ging an Banken als Ersatz für ihr in den Tresoren und Schließfächern gelagertes Geld. Erstattet wurden Münzen sowie Geldscheine aus den Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, die mindestens zu 50 Prozent erhalten waren. Zahlen, wie viele Scheine nicht mehr erstattungsfähig waren, gibt es laut Beermann nicht. Es seien jedoch «sehr wenige Anträge» abgelehnt worden. 

Scheine im Wäschetrockner

Vor allem die Trocknung und Zählung der insgesamt über 1,5 Millionen Geldscheine hatte die Bundesbank vor Herausforderungen gestellt. Die auf trockenes Geld ausgerichteten Zählmaschinen konnten für die nassen, dreckigen und zum Teil verschimmelten Scheine nicht genutzt werden. «Zudem werden verklumpte Geldbündel hart wie Beton. Zählen ist kaum möglich, beim Trennen zerfallen die Scheine», sagte Beermann. Die Scheine wurden daher in vier extra gekauften Wäschetrocknern von Feuchtigkeit befreit, gegen den Gestank wurden Duftzusätze mit in die Maschine gegeben. Anschließend wurde das Geld per Hand gezählt. 

Ende vergangenen Jahres war die Bearbeitung der Banknoten abgeschlossen, nun liegt der Fokus auf der Reinigung der über 1,2 Millionen Münzen. «Der Abschluss ist bis Mitte März 2022 geplant», kündigte Beermann an.

Bei der Unwetterkatastrophe in der Nacht zum 14. Juli waren mehr als 180 Menschen gestorben, die meisten davon im Landkreis Ahrweiler in der Eifel. Hunderte Menschen wurden verletzt.

© dpa

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