Dax auf Richtungssuche

Die Richtungssuche des Dax geht am Mittwoch mit einem durchwachsenen Start weiter. Nach dem Auf und Ab der vergangenen Tage startete der deutsche Leitindex mit einem Test der Marke von 14.600 Zählern.
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. © Fredrik von Erichsen/dpa

Der Schwung ging aber schon in den Anfangsminuten wieder verloren. Gegen Ende der ersten Handelsstunde gab der Dax um 0,2 Prozent auf 14.526,87 Punkte nach. Der MDax rutschte mit 0,19 Prozent ins Minus auf 30.334,78 Zähler. Das Eurozonen-Barometer EuroStoxx stand knapp unter seinem Vortagsniveau.

Rückenwind kam zunächst von der Wall Street, wo es am Vorabend deutlich aufwärtsgegangen war. Anleger blieben dann aber in der Defensive vor wichtigen Ereignissen, die in den kommenden Tagen anstehen. Am Donnerstag wird erwartet, dass die EZB ihre geldpolitische Wende einleitet - mit einer möglichen ersten Zinsanhebung im Juli. Am Freitag stehen die US-Verbraucherpreise auf der Agenda.

«Die Anleger versuchten derzeit, eine Balance herzustellen zwischen der Angst vor einer Rezession und der Hoffnung, dass die Inflation ihren Höhepunkt erreicht», sagte Barclays-Marktstratege Emmanuel Cau. Ohne einen entscheidenden Rückgang der Verbraucherpreise gehe der Druck, unter dem die Notenbanken stünden, aber so schnell nicht zu Ende. «Bis die Auswirkungen einer strafferen Politik klarer werden, könnten die Märkte nervös bleiben, da der Weg zu einer sanften Landung schmal ist.»

Auf Unternehmensseite belastet eine negative Bewertung der Berenberg Bank die Papiere von Telefónica Deutschland, deren Aktien um 5 Prozent absackten. Etwa 5 Prozent schwächer zeigten sich auch die Papiere von SAF-Holland. Der Zulieferer für die Nutzfahrzeugindustrie gab ein Angebot für die schwedische Haldex-Gruppe bekannt, deren Papiere in Stockholm um 43 Prozent nach oben sprangen. Börsianer zeigten sich von diesem Schritt überrascht.

Generell schwach zeigten sich am Tag vor dem EZB-Entscheid die Finanzwerte - unter anderem wegen der Credit Suisse, die auch im zweiten Quartal mit einem Verlust rechnet. Titel der Deutschen Bank verloren als größter Dax-Verlierer 2,8 Prozent, während jene der Commerzbank um ein Prozent nachgaben.

© dpa
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