Auftragsflaute am Bau - Wohnbauprojekte auf dem Prüfstand

Am Bau scheinen die fetten Jahre vorbei zu sein. Zu ungünstig sind von Corona und Krieg beeinflusste Faktoren wie Materialpreise, Zinsen und Energiekosten. Gespart wird zuerst beim Wohnungsbau.
Maurer arbeiten an einem Rohbau von Reihenhäusern in einer Neubausiedlung. Besonders hart getroffen von der Auftragsflaute ist der Wohnungsbau. © Armin Weigel/dpa

Hohe Materialpreise, steigende Zinsen sowie wirtschaftliche Unsicherheiten haben den Höhenflug am Bau gestoppt. Im deutschen Bauhauptgewerbe gehen die realen Umsätze und Aufträge zurück, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Unter diesen Bedingungen könnten längst nicht so viele Wohnungen gebaut werden wie benötigt, warnen die Verbände der Bauindustrie und des Baugewerbes.

Preisbereinigt kamen im Juni laut Statistik 5,5 Prozent weniger Aufträge herein als einen Monat zuvor. Zum Vorjahresmonat bedeutete das sogar einen Rückgang um 11,2 Prozent. Nur die stark gestiegenen Preise für Bauleistungen sorgten noch dafür, dass die Aufträge nominal 4,1 Prozent höher ausfielen als vor einem Jahr. Im Halbjahr ging der Auftragswert real um 3,5 Prozent zurück.

Auch im laufenden Geschäft hatten die Unternehmen bereits Einbußen. Preisbereinigt lag der Umsatz im Juni dieses Jahres 11,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wegen der stark gestiegenen Preise sind die nominalen Erlöse aber noch um 6,2 Prozent geklettert. Im gesamten ersten Halbjahr waren die preisbereinigten Umsätze um 2,7 Prozent rückläufig.

Flaute vor allem beim Wohnungsbau

Besonders hart getroffen ist der Wohnungsbau. Private Bauherren müssten neben hohen Baukosten und steigenden Zinsen noch die steigenden Energie- und Lebenshaltungskosten stemmen, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes, Tim-Oliver Müller. «Da entscheiden sich derzeit doch einige gegen den Hausbau. Aber auch bei institutionellen Investoren werden etliche Wohnungsbauprojekte auf den Prüfstand gestellt und erst einmal verschoben. Eine Entspannung für den angespannten Wohnungsmarkt wird es so nicht geben.» Inzwischen sei auch der Hochbau im Auftrag von Unternehmen rückläufig.

Der Baugewerbeverband ZDB nennt zusätzlich die unklaren Förderregeln als Investitionshemmnis. «Mehr und mehr Projekte werden infrage gestellt. Zu den ausbleibenden Aufträgen kommen Stornierungen hinzu», schildert Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa die Lage. Man werde in den kommenden Monaten noch deutliche Einschläge sehen.

© dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
Sport news
Oberhof: Biathletin Voigt vor Start der Heim-WM: Aufregung ist da
Tv & kino
Hollywood: Anthony Hopkins und Glen Powell planen Thriller-Remake
People news
Hollywood-Star: Barbra Streisand kündigt ihre Memoiren für November an
Internet news & surftipps
UN-Bericht: UN: Nordkoreas Hacker stehlen Rekordsummen - Kim rüstet auf
Internet news & surftipps
Bundesamtes für Sicherheit: Claudia Plattner wird neue BSI-Präsidentin
Tv & kino
Featured: Nier: Automata streamen – hier kannst Du den Anime legal ansehen
Handy ratgeber & tests
Featured: Galaxy S22 FE: Welche Ausstattung könnte eine Fan Edition bieten?
Familie
Nach Sorgen fragen: Erdbeben-News: Eltern sollten Kinder-Ängste ernst nehmen