Zahl der Arbeitslosen leicht gestiegen

Zum Start ins Jahr ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland gestiegen. Das sei jahreszeitlich bedingt, heißt es bei der Bundesagentur für Arbeit. Dennoch erkennt Behörden-Chefin Nahles Unsicherheiten.
Der Arbeitsmarkt zeigt sich zum Jahresstart stabil, aber es gibt Unsicherheiten. © Marijan Murat/dpa

Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist stabil ins neue Jahr gestartet. Dass die Zahl der Arbeitslosen im Januar zulegte, liegt nach Angaben der Chefin der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, vor allem an der Jahreszeit: Wetterbedingt könne im Winter in einigen Branchen weniger gearbeitet werden, zwischen den Jahren würden auch weniger Menschen neu eingestellt, sagte Nahles am Dienstag in Nürnberg.

Im ersten Monat des Jahres waren 2,616 Millionen Menschen ohne Job, 162 000 mehr als im Dezember und 154 000 mehr als im Januar 2022. Die Arbeitslosenquote stieg von Dezember 2022 auf Januar 2023 um 0,3 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent. Berücksichtigt wurden Daten bis zum 12. Januar.

Kurzarbeit wird wieder häufiger angemeldet

Trotz der stabilen Zahlen: «Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten sind jedoch weiterhin erkennbar», sagte Nahles weiter. Zum Beispiel bei der Nachfrage nach Arbeitskräften: Diese sei nach wie vor hoch, erklärte Nahles, stagniere aber in den vergangenen Monaten. Es sei eine gewisse Vorsicht bei den Unternehmen zu bemerken. Es waren 764 000 Arbeitsstellen bei der Bundesagentur gemeldet, 27 000 weniger als vor einem Jahr.

Auch Kurzarbeit wurde wieder häufiger eingesetzt. Die jüngsten Daten der BA in diesem Bereich sind aus dem November 2022; 208 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bekamen für diesen Monat konjunkturelles Kurzarbeitergeld ausbezahlt. Das sei ein deutlich höherer Wert als noch in den Sommermonaten, aber dennoch weniger als im Jahr zuvor, sagte Nahles. 2021 hatte sich die Corona-Pandemie noch deutlicher ausgewirkt. Grundsätzlich liege die Kurzarbeit immer noch über den Werten aus den Jahren vor Corona.

«Insgesamt zeigt sich ein stabiler Arbeitsmarkt in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld», teilte Nermin Fazlic mit, Abteilungsleiter im Bundesarbeitsministerium, der derzeit Staatssekretärin Lilian Tschan vertritt. Die Unterbeschäftigung habe sich erhöht. Auch saisonbereinigt bleibe es bei einem leichten Anstieg, «hier schlagen sich insbesondere die Geflüchteten aus der Ukraine in den Integrationskursen nieder». Bei der Unterbeschäftigung werden nicht nur arbeitslose Menschen erfasst, sondern auch Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung oder kurzfristig erkrankte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Weniger Interesse an Ausbildungsplätzen

Zum Jahresauftakt lenkte BA-Chefin Nahles den Blick auch auf den Ausbildungsmarkt. 25 000 junge Menschen waren im Januar noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Gemeldet waren der BA zugleich 13 000 freie Ausbildungsplätze bei den Unternehmen. Es zeige sich, dass die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber weiter zurückgehe, sagte Nahles. Dieses Bild werde sich auch im bevorstehenden neuen Ausbildungsjahr verfestigen: Die Zahl der Ausbildungsplätze steige leicht an, die Bewerberzahl sei leicht rückläufig. «Das liegt nicht an der Demografie», betonte Nahles. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler sei stabil.

Es sei aber nicht gelungen, jungen Menschen die duale Ausbildung - also das Erlernen eines Berufs in Unternehmen und Berufsschule - erfolgreich näherzubringen. Die BA plant deshalb, beispielsweise auch die Eltern besser zu informieren. Denn: «Die wichtigsten Berufsberater» für junge Menschen seien immer noch die Eltern, sagte die BA-Chefin. Zudem warb sie für Praktika, die dann auch zu mehr Eintritten in die Ausbildung führen würden: «Das Praktikum muss einen höheren Stellenwert bekommen.»

Auch junge Menschen mit Startschwierigkeiten könnten so unterstützt werden, dass sie eine Ausbildung beginnen könnten, versicherte Nahles. «Wir haben einen Werkzeugkasten an Möglichkeiten, da zu helfen.»

© dpa ⁄ Kathrin Zeilmann, dpa
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