Weihnachtsmärkte in Thüringen werden wieder geschlossen

24.11.2021 Der Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln lockte nur kurz zum Bummel über Thüringer Weihnachtsmärkte. Auf Anweisung des Landes müssen die Buden jetzt wieder schließen, die Fahrgeschäfte stehen still.

Lichter leuchten auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz unterhalb von Mariendom und Severikirche. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach dem vom Land verhängten Verbot bleiben die Weihnachtsmärkte in Erfurt, Eisenach und Weimar ab diesem Donnerstag geschlossen. Die Städte beugen sich damit der neuen Corona-Verordnung des Landes, fordern aber aufgrund der kurzfristigen Entscheidung zugleich vom Freistaat eine Entschädigung für die Händler und Schausteller. Erfurt und Weimar behalten sich weiterhin rechtliche Schritte gegen das Verbot vor, die Stadt Eisenach will hingegen nicht mehr klagen.

Der Thüringer Landtag hatte am Mittwoch den Zugriff auf strenge Corona-Regeln erlaubt, mit denen der Freistaat angesichts der hohen Infektionszahlen das öffentliche Leben ab Donnerstag wieder herunterfährt. Dazu gehört auch ein Verbot der Weihnachtsmärkte, die erst in dieser Woche eröffnet worden waren. Die meisten Thüringer Städte hatten jedoch ihre Weihnachtsmärkte zuvor schon abgesagt gehabt. Ein Teil der Thüringer Corona-Regeln wie eine Sperrstunde in der Gastronomie trat noch am Mittwoch in Kraft.

Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) hält das Weihnachtsmarktverbot für nicht nachvollziehbar. Auf dem Domplatz hätten die Menschen unter strenger Kontrolle ihren Glühwein getrunken. Nun würden sie es woanders tun - in Partykellern oder auf Privatpartys, wo die Ansteckungsgefahr weitaus höher sei, kritisierte Bausewein. Die Stadt wolle juristisch gegen das Verbot vorgehen und habe dazu am Mittwoch einer Erfurter Anwaltskanzlei das Mandat übertragen.

Auch Weimar behält sich weiterhin eine rechtliche Prüfung vor, wie der parteilose Oberbürgermeister Peter Kleine mitteilte. «Die kurzfristige Weisung des Freistaates ist eine Ohrfeige und ein Beweis dafür, dass die aktuelle Politik der Landesregierung eine verlässliche Geradlinigkeit deutlich vermissen lässt und dadurch die Akzeptanz der Bürger für notwendige Maßnahmen immer mehr abnimmt.»

Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) sagte, die Landesregierung sei jetzt gefordert, für eine Entschädigung der Händler und Schausteller zu sorgen. Die Stadt bemühe sich in Abstimmung mit dem Wartburgkreis, einzelnen Händlern eine Perspektive in Form eines erweiterten Wochenmarktes zu bieten. Mögliche Konzepte hierzu würden jetzt geprüft. Den Rechtsweg gegen die Anordnung des Landes werde Eisenach aber nicht beschreiten.

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