Über 21.000 Menschen bei Protesten gegen Corona-Politik

17.01.2022 Auch bei nasskaltem Wetter sind am Montag zahlreiche Thüringer gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straßen gegangen.

«Ihr lauft mit Nazis» steht auf dem Plakat eines Teilnehmers der Kundgebung von «Jena solidarisch». Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In vielen Städten in Thüringen sind am Montagabend wieder Menschen gegen die Corona-Politik auf die Straße gegangen. Landesweit seien ersten Zahlen zufolge mehr als 21.000 Menschen bei den Versammlungen dabei gewesen, hieß es aus der Landespolizeidirektion. In Gera beteiligten sich demnach rund 3500 Menschen an einem unangemeldeten Aufzug durch die Stadt, in Eisenach und Altenburg seien es jeweils etwa 1000 Demonstranten gewesen, in Gotha und Ilmenau je rund 700. Zum großen Teil seien die Veranstaltungen friedlich geblieben, sagte ein Sprecher.

In Jena gingen Menschen gegen die regelmäßigen Proteste gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße. Unter dem Motto «Ausspaziert» rief das Bündnis «Jena solidarisch» zu Kundgebungen an verschiedenen Orten in der Innenstadt auf. Am Holzmarkt standen am Abend Dutzende Gegner der Corona-Maßnahmen etwa gleich vielen Gegendemonstranten direkt gegenüber, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Der Protestzug der Maßnahmengegner setzte sich dann in Bewegung, der Gegenprotest blieb vor Ort.

Auch am Marktplatz kamen bei strömendem Regen mehrere Dutzend Menschen zu einer Kundgebung des Bündnisses «Jena solidarisch» zusammen. Die Veranstalter hatten nach Angaben der Stadt Ausnahmegenehmigungen für die Versammlungen. Laut Thüringer Corona-Verordnung sind Kundgebungen derzeit eigentlich auf 35 Menschen begrenzt.

Auf der Hauptkundgebung am Marktplatz steuerte unter anderem ein Mediziner des Uniklinikums Jena einen Redebeitrag bei. Der Leiter der Geburtsmedizin, Ekkehard Schleußner, rief zum Impfen auf und erwähnte unter anderem drei junge Mütter, die vor Weihnachten, statt ihre Neugeborenen in der Hand zu halten, an der künstlichen Lunge am Uniklinikum hingen. Demonstranten trugen Schilder mit Aufschriften wie «Impfen statt Schimpfen» oder «Impfen ist nice».

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