Schüler ab zwölf Jahre sollen künftig Nasenabstrich nehmen

21.01.2022 Bisher nutzen Thüringer Schüler einen Lollitest, wenn bei ihnen eine Corona-Infektion erkannt werden soll. Er gilt als besonders leicht zu handhaben. Nun soll es für ältere Schüler eine Umstellung geben.

Ein Corona-Selbsttest wird über ein Federmäppchen gehalten. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Thüringer Schüler in den höheren Klassen sollen für Corona-Tests künftig selbst einen Nasenabstrich nehmen. Für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahre sollen nach den Winterferien Antigen-Schnelltests für die Nase benutzt werden statt wie bisher Lollitests, die im Mund angewendet werden, sagte ein Sprecher des Thüringer Bildungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Der genaue Start der Umstellung steht noch nicht fest und hängt unter anderem von neuen Testlieferungen ab. Für Kinder unter zwölf Jahren bleibt es beim bisherigen Verfahren mit Lollitests.

Ihre Anwendung gilt als besonders einfach. Nach Angabe des Sprechers sind sie vor allem bei hoher Viruslast verlässlich. Von den Tests für die Nase verspreche man sich auch bei einer mittleren Viruslast eine hohe Empfindlichkeit beim Erkennen einer Corona-Infektion.

«Wir haben damit einen sehr zuverlässigen Test für die Zeit nach den Winterferien», sagte der Sprecher. Bei der Anwendung soll sich für die Lehrer wenig ändern - sie beaufsichtigen wie bisher die Durchführung der Tests. Die Winterferien sind Mitte Februar, Schulbeginn ist wieder am 21. Februar.

Für die älteren Schülerinnen und Schüler wird die Anwendung etwas aufwendiger: Sie müssen bei sich selbst einen Nasenabstrich nehmen und eine Lösung benutzen, mit deren Hilfe eine Infektion erkannt werden soll. «Wir halten die Anwendung des Nasaltests bei Kindern ab zwölf Jahren für möglich», sagte der Sprecher.

Die Tests für die Nase haben einen finanziellen Vorteil, wie eine Kostenaufstellung zeigt: Für die Zeit nach den Winterferien hat das Bildungsministerium 2,35 Millionen Tests für die Nase bestellt - für 5,4 Millionen Euro. Außerdem wurde eine Bestellung von 2,45 Millionen Lollitests ausgelöst. Kosten: 11,5 Millionen Euro. Die Lollitests sind also fast doppelt so teuer wie die Tests für die Nase.

Ob sich nach den Winterferien auch die Anzahl der wöchentlichen Tests an den Schulen erhöht, ist noch unklar. Derzeit wird an Thüringer Schulen zwei Mal pro Woche getestet. In anderen Bundesländern gibt es teils drei oder mehr Tests pro Woche.

© dpa-infocom GmbH

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