Probleme mit Windkraftausbau in Thüringen

10.01.2022 Thüringen hat sich anspruchsvolle Ziele bei der Energiewende gesetzt. Aber ausgerechnet beim Windkraftausbau hapert es.

Morgenstimmung über einem Windenergiepark. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Thüringen kommt beim Ausbau der erneuerbaren Energien nicht in allen Bereichen voran. «Während Solaranlagen auf privaten Hausdächern einen neuen Rekord verzeichnen, konnte die Windenergie als wichtige Stütze der Energiewende kaum wachsen», sagte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Bei Solaranlagen sei 2021 ein Plus von elf Prozent auf 37 900 verzeichnet worden. Die Zahl der Windräder erhöhte sich dagegen kaum - 843 Anlagen gebe es derzeit im Freistaat.

Solar spiele mit einer installierten Leistung von etwa 1970 Megawatt eine wichtige Rolle bei der klimafreundlichen Stromerzeugung. Die Solar-Förderung des Landes würde wieder anlaufen, sobald der Haushalt für 2022 beschlossen sei, kündigte Siegesmund an. Zudem solle sie so verändert werden, dass mehr Menschen davon profitieren könnten. Derzeit wird der Haushalt im Landtag beraten.

Die Windenergie habe derzeit eine installierte Leistung von 1690 Megawatt. Der Zuwachs von etwa 50 Megawatt im vergangenen Jahr resultiere aus dem sogenannten Repowering, etwa der Kraftwerkserneuerung: 13 neue Windkraftanlagen habe es 2021 gegeben, sieben in die Jahre gekommene seien abgerissen worden.

Siegesmund kündigte Schritte an, um das Tempo beim Windkraftausbau zu verbessern. «Schnelle Genehmigungsverfahren, einfache Planung für Kommunen auf eigenen Flächen und ein Landesentwicklungsplan 2025, der Klimaschutz und Windenergie angemessen berücksichtigt.»

Weiterhin spiele Bioenergie eine große Rolle, die rund 13 Prozent des in Thüringen verbrauchten Stroms und etwa 31 Prozent der benötigen Wärme liefere. Insbesondere die landwirtschaftliche Biogaserzeugung habe sich mit einer installierten Gesamtleistung von 137 Megawatt zum einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein für Agrarbetriebe entwickelt.

«Die nächsten zehn Jahre sind entscheidend dafür, auf den 1,5-Grad-Klimaschutz-Pfad zu kommen», sagte die Ministerin. Von der neuen Bundesregierung erwarte sie, dass Fehlinvestitionen in fossile Infrastruktur vermieden wird, Energieeffizienzpotenziale stärker gehoben werden und der Ausbau der erneuerbaren beschleunigt wird.

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