In einem Monat 253 Todesfälle mit Covidbezug in Pflegeheimen

04.12.2021 Nach wie vor kommt es in Pflegeheimen zu Corona-Ausbrüchen - mit teils verheerenden Folgen. Deutlich wurde das im vergangenen Monat. Ein Fall in Rudolstadt zeigt, was Impfungen bewirken können.

Ein Rollstuhl steht an einem Esstisch in einem Pflegeheim. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Thüringer Pflegeheimen sind binnen vier Wochen 253 Senioren an oder mit einer Corona-Infektion gestorben. Die Zahl der registrierten Todesopfer stieg von Anfang November bis Anfang Dezember von 1474 auf 1727, wie aus Zahlen das Landesverwaltungsamtes hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Dazu kommen noch 160 Fälle, die im Jahr 2020 händisch erfasst wurden, wie eine Sprecherin mitteilte. Für ganz Thüringen registrierte das Robert Koch-Institut seit Anfang November 539 Todesfälle in Verbindung mit einer Corona-Infektion.

Am 3. Dezember verzeichnete das Amt, das auch für die Heimaufsicht zuständig ist, 1185 Corona-Infektionen in 142 Einrichtungen. Davon wurden 414 Infektionen bei Mitarbeitern registriert. Der steile Anstieg bei den täglichen Infektionszahlen in den Heimen hat sich somit nicht fortgesetzt. Am 18. November hatte es noch 1135 positiv getestete Fälle gegeben und damit doppelt so viele wie zu Monatsbeginn. In den vergangenen zehn Tagen gab es den Zahlen zufolge sogar einen leichten Rückgang der täglichen Infektionszahlen.

In Thüringen hatte es zuletzt immer wieder größere Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen gegeben. In Rudolstadt etwa starben im Laufe des Novembers etwa 18 Bewohner - bei 14 von ihnen bestand kein vollständiger Impfschutz. Von den 141 Heimbewohnern war rund ein Drittel nicht geimpft, hieß es in einer Mitteilung des Landratsamtes. Bei einer ersten Meldung von vergangener Woche hatte das Landratsamt berichtet, dass Angehörige von Heimbewohnern diesen von der Impfung abgeraten hatten.

Auch in Jena hatte es im November einen Ausbruch mit acht Todesopfern in einem Pflegeheim gegeben. Dort waren nach Betreiberangaben 88 Prozent der 120 Bewohner geimpft gewesen. Nach Angaben der Stadt habe es Hygienemängel im Heim gegeben, die Heimaufsicht stellte nur leichte Mängel in der Dokumentation fest.

© dpa-infocom GmbH

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