11.200 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr in Thüringen

31.08.2021 Eigentlich ist der Sommer wegen weniger Einstellungen eine eher schwierige Zeit auf dem Arbeitsmarkt. In diesem Jahr ist das in Thüringen nicht so. Unsicher sind jedoch die Aussichten wegen der Corona-Pandemie.

Ein Schild weist den Weg zur Agentur für Arbeit. Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Am Ende der Sommerferien präsentiert sich der Thüringer Arbeitsmarkt stabil und nähert sich weiter dem Niveau vor der Corona-Krise an. Im August waren nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit 60.200 Menschen im Freistaat ohne Arbeit. Das seien saisonbedingt 42 mehr als im Juli, aber 11.200 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote verharrte wie im Vormonat bei 5,4 Prozent.

Sie war damit erneut niedriger als in wirtschaftlich stärkeren Bundesländern wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen oder Hamburg sowie in den anderen ostdeutschen Bundesländern. Die niedrigste Arbeitslosigkeit in Thüringen verzeichneten der Kreis Hildburghausen an der Landesgrenze zu Bayern mit 3,7 Prozent und das Eichsfeld nahe an Niedersachsen und Hessen gelegen mit 3,9 Prozent.

Der Geschäftsführer der Regionaldirektion, Markus Behrens, sprach von einer weiteren Erholung des Arbeitsmarktes, auch wenn Firmen der Metall- und Autoindustrie Kurzarbeit beantragten. «Entscheidend für die Fortsetzung des positiven Trends ist, ob es wegen der vierten Corona-Welle neue Beschränkungen geben wird, die sich auf bestimmte Wirtschaftsbereiche auswirken», erklärte Behrens.

Leicht rückläufig, aber weiterhin problematisch sei die Langzeitarbeitslosigkeit. 24.300 Thüringer seien länger als ein Jahr ohne Arbeit. Das waren laut Regionaldirektion fast 500 weniger als im Juli, aber 3000 mehr als im August 2020. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen betrage rund 40 Prozent nach rund 30 Prozent vor einem Jahr.

Behrens geht davon aus, dass die übliche Herbstbelebung in den kommenden Monaten zu einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit führt. Dazu komme, dass die Chancen für Schulabgänger oder Studienabbrecher auf dem Ausbildungsmarkt sehr gut seien. Derzeit gebe es noch 4400 unbesetzte Ausbildungsplätze, aber nur 1400 Bewerber, die im August noch keinen Ausbildungsvertrag abgeschlossen hatten.

Negative Wirkungen auf den Arbeitsmarkt haben nach Einschätzung der Regionaldirektion Materialmangel und Lieferengpässe in der Wirtschaft. «Wir beobachten gerade im Metall- und Maschinenbau und in der Autoindustrie, dass die Zahl der Beschäftigten steigt, für die Kurzarbeit angezeigt wurde. Ob die Unternehmen dann tatsächlich in Kurzarbeit gehen, hängt von der weiteren Entwicklung der Materialversorgung ab», so Behrens.

Die Arbeitsagenturen in Thüringen hatten im August knapp 100 Kurzarbeitsanzeigen für rund 3600 Beschäftigte erhalten. Ihre Zahl blieb damit konstant, die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer stieg allerdings im Vergleich zu Juli um rund 1000. Im Mai, der noch vom Corona-Lockdown geprägt wurde, waren laut Regionaldirektion 6,0 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Thüringen von Kurzarbeit betroffen.

© dpa-infocom GmbH

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