Zahl der Bundesfreiwilligen sinkt in Sachsen-Anhalt weiter

29.01.2022 Sich eine Zeit lang engagieren im sozialen oder Gesundheitsbereich, in Umweltschutz, Kultur oder Sport - der Bundesfreiwilligendienst bietet diese Möglichkeit für junge wie für lebensältere Menschen. Die Zahlen gehen aber zurück.

Ein Bundesfreiwilliger schiebt eine Bewohnerin eines Pflegeheims in einem Rollstuhl über den Flur. Foto: Tom Weller/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr erneut weniger Frauen und Männer einen Bundesfreiwilligendienst absolviert. Im Durchschnitt unterstützten monatlich 1581 Menschen auf diese Weise soziale oder Gesundheitseinrichtungen, wie aus einer Statistik des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben hervorgeht. Während im Januar und Februar noch rund 1700 Bundesfreiwillige im Einsatz waren, ging die Zahl im Sommer und Herbst auf unter 1500 zurück, im Dezember gab es wieder einen leichten Anstieg auf 1536.

Im Durchschnitt des Jahres 2020 hatte es noch 1800 Bundesfreiwillige im Land gegeben. Schon damit hatte sich der rückläufige Trend der Vorjahre fortgesetzt. Im Jahr 2017 und 2018 hatte es jeweils noch etwas mehr als 2100 Bundesfreiwillige gegeben, 2019 dann 1877.

Das Angebot an Plätzen hat sich nicht signifikant verändert, erklärte ein Sprecher des Bundesamts. Und auch große Träger im Land stellen keinen Rückgang bei den Bufdis fest. Der Geschäftsführer der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste ijgd Sachsen-Anhalt, Michael Harms, sagte, es gebe seit Jahren zwar weniger Bufdis über 27 Jahren, das werde in der Regel aber durch jüngere aufgefangen. Auf die Zahl von rund 120 Freiwilligen habe die Pandemie «erstaunlich wenig Auswirkungen», sagte Harms.

Auch das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen-Anhalt bietet laut seinem Sprecher Bernhard Sames konstant Plätze für den Bundesfreiwilligendienst an. Die Auslastung sei ebenfalls konstant bei etwa 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in zwölf Monaten. «Die Bewerberlage ist ebenfalls gleichbleibend, was uns sehr freut. Es gibt sogar einen Anstieg von Anfragen aus dem Ausland», erklärte Sames. «Allerdings hemmt die Corona-Pandemie hier die Einreisemöglichkeiten signifikant. In der Regel können wir die BFD-Plätze dann mit Interessenten aus dem Inland kompensieren.»

Aufgrund der Pandemie gingen sogar mehr Anfragen von jungen Menschen ein, die ihren Ausbildungsplatz nicht antreten konnten oder die sich gezielt vor dem Studium nochmal engagieren wollen. «Insgesamt würden wir uns aber wünschen, dass noch mehr lebensältere Interessenten unsere Dienste nutzen, um sich zu engagieren und gegebenenfalls daraus auch eine weiterführende Perspektive zu erhalten», so Sames weiter.

Die Freiwilligen engagieren sich in der Regel zwölf Monate in Einrichtungen. Oft handelt es sich um Kitas, Krankenhäuser oder Altenheime. Aber auch Einsatzbereiche wie Umweltschutz, Kultur, Sport oder Integration sind möglich. Die Bufdis erhalten im Gegenzug ein Taschengeld, einen Freiwilligenausweis, ein Zeugnis sowie kostenlose Seminare und eine umfangreiche Betreuung. Der Bundesfreiwilligendienst war nach dem Aussetzen der Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 auf den Zivildienst gefolgt.

© dpa-infocom GmbH

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