Wissenschaftlerin: «Hatten wir uns anders vorgestellt»

08.12.2021 In einer Stellungnahme hatte sich die Leopoldina mahnend an die Politiker vor der Bund-Länder-Schalte gewendet. Das Ergebnis ist für die Pandemiebekämpfung aus der Sicht einer Forscherin der Akademie ernüchternd. Doch es gibt auch Lichtblicke.

Blick auf den Sitz der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle/Saale. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat sich nach der Bund-Länder-Schalte vergangener Woche kritisch zu den dort erarbeiteten Beschlüssen zur Pandemiebekämpfung geäußert. «Wir hatten uns eindringlichere Kontaktbeschränkungen insbesondere in Bereichen mit hohem Infektionsrisiko vorgestellt», sagte Jutta Gärtner, Leopoldina-Mitglied und Direktorin der Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Göttingen. Diese sollten auch für Geimpfte gelten, da sie auch das Virus weitergeben könnten. Es sei außerdem «schwer auszuhalten», dass weiterhin Fußballspiele mit Zuschauern stattfinden würden, führte Gärtner weiter aus.

Dennoch trage ein Teil der Beschlüsse auch die Handschrift der Wissenschaftsakademie. Diese hatte wenige Tage vor der Schalte in einer Ad-hoc-Stellungnahme, die aus Sicht der Wissenschaftler nötigen Schritte gegen die Ausbreitung des Virus dargelegt. «Wir waren sehr erleichtert, dass die Politik sehr rasch reagiert hat. Es hat in Gebieten mit hohen Inzidenzen deutliche Kontaktbeschränkungen gegeben», betonte Gärtner. Auch dass die Impfpflicht von den politischen Entscheidern als das Mittel angesehen werde, um die Pandemie zu brechen, sei positiv anzumerken.

Der Idee auf dem aktuellen Inzidenzniveau von rund 450 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen den Winter zu überstehen, erteilte Gärtner eine klare Absage. Das Infektionsniveau sei viel zu hoch. «Wir wissen, dass sich Mutanten in Infizierten bilden. Wenn wir das Plateau so halten, werden wir von einer Virusvariante zur Nächsten stolpern.» Dann stelle sich die Frage, ob die derzeit verfügbaren Impfstoffe gegen diese helfen.

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