«Noch nicht am Limit»: Magdeburg stapelt tief

20.12.2021 Der 1. FC Magdeburg ist in der 3. Fußball-Liga das Maß aller Dinge. Vom Aufstieg redet beim souveränen Tabellenführer trotzdem niemand. Sportdirektor Schork sieht ohnehin noch Luft nach oben.

Ein Fußballspieler spielt den Ball. Foto: Uwe Anspach/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Aufstieg steht auf dem Index. Zumindest das Wort nimmt beim 1. FC Magdeburg niemand öffentlich in den Mund. Auch Otmar Schork, Sportdirektor des Fußball-Drittligisten, hielt sich bei seinem Rückblick am Montag an die Vorgabe. Der 64-Jährige sieht trotz der überragenden Hinrunde sogar noch Luft nach oben. «Wir haben eine Mannschaft, auf der man aufbauen kann. Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft noch nicht am Limit spielt und noch mehr möglich ist. Die Spieler stehen am Anfang ihrer Karriere», sagte Schork.

Mit 81 Punkten aus 43 Ligaspielen in 2021 weisen die Magdeburger die zweitbeste Jahresbilanz in der Geschichte der 3. Liga auf. In dieser Saison hat der FCM bereits acht Punkte Vorsprung vor Verfolger Braunschweig. Vor allem die direkten Duelle mit den ärgsten Kontrahenten entschied man für sich. Zuletzt siegten die Elbestädter gegen Braunschweig (2:0), Osnabrück (2:1) und Mannheim (3:0).

Spricht man mit den Magdeburger Spielern, fällt regelmäßig der Satz vom «Denken von Spiel zu Spiel». Angeblich keine hohle Phrase, sondern Einstellung. «Wir haben noch nichts erreicht, von den Punkten können wir uns aktuell nichts kaufen. In der Rückrunde müssen wir in jeder Woche alles raushauen», sagte Innenverteidiger Alexander Bittroff.

Das Wort Aufstieg verkniff er sich. «Wenn wir Woche für Woche unsere Dinge umsetzen, ist auch klar, was da am Ende herauskommt», gab der 33-Jährige immerhin zu. «Wir wollen uns damit aber nicht beschäftigen, weil das nicht unser Thema ist». Das Thema sei aktuell zwei Wochen Erholung und anschließend Freiburg.

Womöglich ist das ein Geheimnis des FCM-Erfolgs. Trainer Christian Titz lebt dem Team vor, sich nur mit dem nächsten Gegner und sich selbst zu befassen, nicht mit Punkten, Tabellenplätzen oder anderem Beiwerk. Dabei stellt der Trainer das Team nicht ergebnisorientiert ein, sondern stellt die Aufgabe, das eigene Spiel durchzubringen - die Ergebnisse kämen dann von selbst.

So sagte auch Topscorer Baris Atik zur Zielstellung des Teams nach der Winterpause: «Unser Ziel ist weiter einen dominanten Fußball zu spielen. Wir haben noch 18 Spiele - wichtig ist, dass wir von Spiel zu Spiel denken, unseren Fußball durchziehen - und jeder gesund bleibt.» Auf die Rückrunde bereitet sich der FCM vom 2. bis zum 9. Januar mit einem Trainingslager im türkischen Belek vor. Dort testet der Club gegen Waldhof Mannheim (8. Januar) und einen noch nicht feststehenden Gegner (5. Januar).

© dpa-infocom GmbH

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