Neues Entschärfungsmobil kam über 130 Mal zum Einsatz

07.12.2021 Ein neues Fahrzeug der Entschärfungsspezialisten des Landeskriminalamtes fuhr in diesem Jahr zu zahlreichen Einsätzen aus. Warum braucht es eine solche 150 000 Euro teure Anschaffung?

Ein Absperrband ist während der Entschärfung einer Fliegerbombe aufgespannt. Foto: picture alliance/Matthias Balk/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das neue Einsatzfahrzeug der Entschärfungsspezialisten des Landeskriminalamts (LKA) ist in diesem Jahr zu über 130 Einsätzen ausgerückt. Das etwa 150 000 Euro teure Mobil biete zahlreiche Vorteile für den Einsatz der Einheit, teilte das LKA auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die beim Einsatz verwendete Technik und die Schutzausrüstung könnten gut und übersichtlich gelagert werden. Außerdem biete das Fahrzeug durch «modernste Technik» mehr Sicherheit für die Spezialisten im Einsatzraum.

In den überwiegenden Fällen handelte es sich um Einsätze, bei denen ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz oder das Waffengesetz vorlag, sagte der LKA-Sprecher. Unter anderem wurden diverse Handgranaten bei einer Wohnungsberäumung sichergestellt. Auch bei gesprengten Bankautomaten, Fahrkartenautomaten oder Zigarettenautomaten spielten die Spezialisten eine große Rolle, um die Sicherheit vor Ort wieder herzustellen.

«Beim Auffinden von verdächtigen Gegenständen wie Koffer oder Päckchen sind ferngelenkte Roboter und Röntgentechnik das Mittel der Wahl», erklärte der Sprecher. Der Roboter im Wert von 350 000 Euro kann auch mit dem neuen Fahrzeug transportiert werden. Das Gerät kann laut LKA nach verdächtigen Sprengmitteln greifen und diese bearbeiten, während es aus sicherer Entfernung gesteuert werde.

Das Spektrum der Einsätze sei breit, sagte der LKA-Sprecher. In Gardelegen (Altmarkkreis Salzwedel) hatte in diesem Jahr beispielsweise ein Koffer mit der Aufschrift «Bombe» für Unruhe gesorgt. Hinzu kämen mehrere abgestellte herrenlose Koffer und Rucksäcke sowie einige Androhungen von Bombenzündungen und Anschlägen.

Im LKA arbeiten laut Innenministerium rund zehn Beamte als Entschärfungsspezialisten in der Abteilung für Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen. Die Spezialisten können laut Innenministerium bei ihren Einsätzen neben dem Roboter unter anderem auch auf einen Bombenschutzanzug sowie ein Röntgensystem, einen Sprengstoffdetektor und ein Endoskop zurückgreifen, um die Zusammensetzung der Sprengvorrichtung zu analysieren.

© dpa-infocom GmbH

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