Jede dritte neu eingestellte Lehrkraft ist Quereinsteiger

28.12.2021 Sachsen-Anhalt kann schon längst nicht mehr jede planmäßige Unterrichtsstunde mit einem Lehrer absichern. Zunehmend stehen Menschen vor den Klassen, die zuvor andere berufliche Wege gegangen sind.

Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Sachsen-Anhalt ist mehr als jede dritte neu eingestellte Lehrkraft ein Quereinsteiger. Bis zum 9. Dezember seien im Land 941 Lehrkräfte eingestellt worden, davon waren 335 Seiteneinsteiger, wie Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg sagte. Darüber hinaus habe es 347 Einstellungszusagen auf Stellenausschreibungen gegeben, die zu weiteren Einstellungen führen. Aktuell gibt es laut Ministerium rund 16.450 Lehrkräfte im Landesdienst, 1068 davon sind Seiteneinsteiger.

Derzeit wird in Sachsen-Anhalt in keiner der Schulformen mehr eine 100 prozentige Unterrichtsversorgung erreicht, an den Sekundarschulen lag der Wert zuletzt mit 88,9 Prozent besonders niedrig. Um die Unterrichtsversorgung angesichts des Mangels an ausgebildeten Lehrern annähernd zu sichern, ist das Land auf Menschen angewiesen, die bislang andere berufliche Wege gegangen sind und nun Schüler unterrichten.

Eine Obergrenze bei der Zahl der Seiteneinsteiger gebe es bislang noch nicht. «Das Landesschulamt hat aber schon die Aufgabe, zu beobachten, dass ein Kollegium nicht mit über der Hälfte Seiteneinsteigern besetzt ist», sagte Feußner. «Wir müssen schon schauen, dass mache Schulen nicht überbelastet werden, denn die Seiteneinsteiger müssen von den Schulen begleitet werden.» Seiteneinsteiger hätten viele Fragen und wollten angeleitet werden, das sei Mehrarbeit für die ausgebildeten Lehrkräfte. Nicht immer bleiben Seiteneinsteiger an den Schulen. Laut Ministerium sind zwischen Januar und Mitte September 2021 gut 90 wieder aus dem Schuldienst ausgeschieden.

Sachsen-Anhalt setzt aber auch auf gestandene Lehrkräfte mit langer Unterrichtserfahrung und will sie länger halten: «Ich habe persönlich nochmal alle angeschrieben, die jetzt kurz vor dem Ruhestand sind und sie gebeten, darüber nachzudenken, ob sie nicht doch etwas länger arbeiten wollen», sagte die Bildungsministerin. Aktuell gebe es 51 Lehrkräfte, die ihr Arbeitsverhältnis über den Ruhestand hinaus verlängert haben. 75 seien bereits im Ruhestand und hätten befristete Vertretungsarbeitsverhältnisse.

Das Land nimmt auch Millionen Euro in die Hand, um Lehrkräften Mehrarbeit auszubezahlen. Laut Bildungsministerium hat das Land dafür im Jahr 2020 fünf Millionen Euro ausgegeben. 2021 seien es 9,5 Millionen Euro gewesen. 2020 wurde erstmalig ausgezahlt, nachdem zuvor der Freizeitausgleich im Vordergrund stand. «Es ist sicher auch die Anzahl der geleisteten Stunden gestiegen. Um die Unterrichtsversorgung aufrechtzuerhalten, leisten auch Lehrkräfte mehr Stunden. Aber es wird auch damit zusammenhängen, dass wir das System verändert haben, so dass man sich die Mehrzeiten auch auszahlen lassen kann», sagte Bildungsministerin Feußner.

© dpa-infocom GmbH

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