Digitalpakt-Mittel für die Schulen fließen nur langsam ab

01.01.2022 Der Bund hat Milliarden für die Digitalisierung von Schulen bereitgestellt. Konzepte in Sachsen-Anhalt sind da, Anträge bewilligt, dennoch ist nur ein geringer Teil des Geldes ausgegeben. Warum?

Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schnelles Internet, WLAN, Tablets und Laptops: Gut zweieinhalb Jahre nach dem Start des bundesweiten «Digitalpakts Schule» sind in Sachsen-Anhalt mehr als 100 Millionen Euro bewilligt. Allerdings sind viele Projekte noch nicht umgesetzt. «Beim Landesverwaltungsamt liegen jetzt schon 652 Anträge vor, in der Summe der Vorhaben - 107 Millionen Euro. Davon haben wir schon 104 Millionen Euro bewilligt. Ausgezahlt haben wir allerdings erst 1,4 Millionen Euro», sagte Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg.

«Das größte Problem bereitet mir dabei die Infrastruktur in den Schulen. Wir sehen am Abfluss der Digitalpakt-Mittel, dass es stockt. Es ist ganz wichtig, dass wir innerhalb der Schule WLAN haben.» Das sei mit Baumaßnahmen verbunden, die sich aus unterschiedlichen Gründen schwierig gestalteten. «Sie bekommen keine Baufirmen, es gibt Liefer- und Materialschwierigkeiten und Verzögerungen durch Corona», sagte Feußner.

Vom Bund gefördert seien 30.000 Laptops und Tablets für Schüler angeschafft worden, die als Klassensatz, Dauerleihgabe oder zur kurzfristigen Ausleihe zur Verfügung stünden. «Das ist natürlich bei über 200.000 Schülern nur ein geringer Anteil. Aber wir haben im Corona-Sondervermögen noch mal Gelder für weitere Schülerendgeräte aufgenommen», sagte Feußner. Für die Jahre 2024 bis 2027 seien weitere elf Millionen Euro vorgesehen. Inzwischen seien auch 80 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer mit mobilen Endgeräten ausgestattet. Aber auch bei den Laptops und Tablets gebe es Lieferschwierigkeiten.

Grundsätzlich sieht Feußner die Schulen besser aufgestellt als vor einem Jahr. «Wir sind technisch wesentlich besser, inhaltlich wesentlich besser», sagte die Ministerin. «Die Schulen haben sich auf den Weg gemacht und gemeinsam mit ihren Trägern medienpädagogische Konzepte erstellt.» Es seien wesentlich mehr Schulen auf die Lernplattform Moodle aufgenommen worden.

Zudem seien die Serverkapazitäten erweitert worden. «Wir sind noch nicht ganz so fit, was unseren Bildungsserver anbelangt, den wollen wir erneuern und neu aufstellen.» Die Ausschreibungen gestalteten sich schwierig. Feußner betonte: «Das Zusammenspiel muss funktionieren: Die Schule muss angeschlossen sein ans Glasfasernetz, die Infrastruktur in den Räumen muss installiert und die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte mit Endgeräten ausgestattet sein.»

Beim Digitalpakt handelt es sich um ein Förderprogramm zur digitalen Modernisierung der Schulen, das seit Mai 2019 bis 2024 läuft. Der Bund hatte zunächst fünf Milliarden Euro bereitgestellt. Im Zuge der Corona-Pandemie wurde das Förderprogramm dreimal aufgestockt: 500 Millionen Euro für Laptops für bedürftige Schüler, 500 Millionen für Geräte für Lehrkräfte und 500 Millionen für Schuladministratoren.

© dpa-infocom GmbH

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