Dehoga befürchtet Schließungen: «Wir brauchen Klarheit»

09.12.2021 Einnahmen bleiben aus, das Personal womöglich für immer weg. Die Corona-Pandemie setzt der Hotel- und Gaststättenbranche das zweite Jahr in Folge zu. Die Branche fordert Klarheit von der Politik in Bund und Land, wie es weitergehen soll.

Leere Tische und Stühle stehen vor einem Restaurant. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sieht die Existenz vieler Betriebe in Sachsen-Anhalt deutlich in Gefahr. Die nun auch in weiten Teilen des Einzelhandels geltenden 2G-Regeln hätten die Situation der Branche verschärft, da Einkaufen und Restaurantbesuche insgesamt eng miteinander verbunden seien - in Tourismusregionen auch mit den Übernachtungen. «Die Betriebe gelangen immer weiter in die Abwärtsspirale. Man kann nicht mit dem, was man im Sommer verdient hat, Kredite tilgen, die man braucht, um zu überleben», sagte Dehoga-Landespräsident Michael Schmidt am Donnerstag.

Mit Spannung sehe die Branche möglichen Änderungen des Bundes im Infektionsschutzgesetz entgegen. «Wir brauchen bald Klarheit, wie es weitergehen soll, sonst verhungern die Betriebe am langen Arm», sagte der Dehoga-Chef. Die Verunsicherung und Verdrossenheit sei groß, das Kapital aufgebraucht, Personal entscheide sich daher mitunter für andere Jobs und fehle der Branche noch mehr.

Das zweite Jahr in Folge sei das Weihnachtsgeschäft ins Wasser gefallen. Auch im Tagesgeschäft, wo Gäste zum Essen in ein Lokal gingen, herrsche Zurückhaltung. Die neuen Regeln des Landes zur Eindämmung der Pandemie, die angesichts rasant steigender Infektionszahlen beschlossen wurden, gelten zunächst bis zum 23. Dezember. Die 2G-Regel besagt, dass in bestimmten Bereichen nur noch Geimpfte und Genesene Einlass bekommen, bei 2G plus ist zusätzlich ein Corona-Test auch für Geimpfte und Genesene erforderlich.

«Es ist zu befürchten, dass Silvester eine Katastrophe wird», sagte Schmidt. Möglicherweise würden wie vor Weihnachten Reservierungen in Gaststätten auch noch kurzfristig abgesagt. «Dann können wir die eingekaufte Ware in die Tonne kloppen», sagte er. Die Existenzangst in der Gastronomie könne man eins zu eins auf die Hotellerie übertragen, da mit Weihnachten und Silvester auch Übernachtungen verbunden seien. Der Dezember gelte als einer der umsatzstärksten der Branche im Jahr. «Im Vergleich zu 2019 und damit vor der Corona-Krise liegen die Umsatzausfälle bei 90 Prozent», sagte der Dehoga-Chef.

© dpa-infocom GmbH

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