2021 gutes Jahr für den Storch: Bestand vermutlich gewachsen

14.01.2022 Der Weißstorchbestand bewegt sich in Sachsen-Anhalt auf stabilem Niveau. Doch insbesondere in anderen Ostbundesländern nimmt die Population ab, während sie im Westen wächst. Woran liegt das?

Ein Storch fliegt über einen Acker. Foto: Niels Babbel/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Zahl der Weißstorchpaare in Sachsen-Anhalt hält sich auf nahezu gleichbleibendem Niveau. Für die vergangene Brutsaison sei sogar ein leichter Anstieg möglich, sagte Michael Kaatz, Geschäftsführer des Storchenhofes Loburg (Jerichower Land). 2020 zählten Ehrenamtliche 577 Storchenpaare im Land. Für 2021 könnten durchaus 600 gezählt worden sein, doch für eine abschließende Aussage fehlten noch Meldungen. 2020 hatten die 577 Storchenpaare rund 1110 Jungstörche hervorgebracht. Auch hier erwarte er für 2021 einen Anstieg, sagte Kaatz.

Der Storchenbestand in Sachsen-Anhalt bewegt sich seit Jahren auf etwa gleichbleibendem Niveau. 2014 - einem guten Storchenjahr - wurden 654 Paare gezählt. 2005 lag die Zahl mit 485 relativ niedrig. «Eine klare Tendenz ist nicht erkennbar», sagte Kaatz. Die Populationsentwicklung hinge im Wesentlichen davon ab, wie gut die Vögel aus ihrem Winterquartier kämen und welche Nahrungsbedingungen sie vorfänden. Besonders wechselhaftes Wetter komme den Störchen entgegen. Bei solchen Bedingungen entwickelten sich die Nahrungstiere wie Insekten, Mäuse und Frösche besonders gut, erklärte Kaatz.

Die Population der Störche nimmt insbesondere in den westdeutschen Bundesländern seit Jahren zu, sagte Kaatz. Der Osten - insbesondere Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg - verzeichne hingegen starke Rückgänge. Doch woran liegt das? «Im Osten ziehen die Vögel meist in Richtung Südosten», erklärte Kaatz. Auf dieser Route seien zuletzt Rast- und Nahrungsplätze in Südosteuropa und im Nahen Osten verloren gegangen. Auch sterben hier immer noch viele Jungstörche an Stromleitungen. Im Westen nähmen die Störche bevorzugt die Südwestroute und flögen nur noch bis nach Spanien, weil ihnen die Bedingungen dort genügten. Diese Route sei deutlich kürzer und somit schonender für die Störche.

© dpa-infocom GmbH

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